laut.de-Kritik

Kein neues Studioalbum, aber eine schöne Erinnerung.

Review von

"Ich habe so viel Zeit damit verbracht, Amy hinterher zu jagen und ihr eine Standpauke zu halten, dass ich nie erkannt habe, was für ein wahres Genie sie war." Tja, Mitch, Pech gehabt ...

Da liegt es nun vor uns, das erste posthume Album der Amy Winehouse. Wenn man den Machern Glauben schenken mag, wird es zukünftig kein exzessives Leichenfleddern geben (trotz eines reichhaltigen Fundus an Aufnahmen, die angeblich noch in irgendwelchen Archiven vor sich hinschlummern). Die Sammlung der hier vertretenen Songs stammt aus der kompletten Schaffensperiode der Sängerin. Es handelt sich also mitnichten um die Quintessenz dessen, was die Britin auf einem neuen Album unterbringen wollte.

Neben dem unvermeidlichen Duett "Body" mit Tony Bennett und der fast schon totgenudelten "Valerie" ist eine alternative Version von "Tears Dry On Their Own" zu hören. Fast könnte man den Eindruck gewinnen, Winehouse hätte den Song dergestalt instrumental frisiert, dass er für einen eventuellen James Bond-Auftritt in Frage käme. Gleiches gilt für den Shirelles-Hit "Will You Still Love Me Tomorrow", der fast schon prädestiniert scheint, in einem 007-Streifen aufzutauchen. Dass es dazu letztlich nie kam, ist nur eine der unzähligen verpassten Chancen, die Amy zu verzeichnen hat.

Ausfälle sind kaum zu verzeichnen, sieht man einmal von einer unsäglichen Coverversion der Jobim-Nummer "Girl From Ipanema" ab. Ganz schick hingegen klingt das Duett "Like Smoke" mit Nas. Was von der Vorgabe her eventuell etwas gewollt aussieht, entwickelt eine schöne Duo-Dynamik. Definitiv einer der Höhepunkte.

Ein weiterer Klasse-Song steht gleich zu Beginn: "Our Day Will Come", das ganz folgerichtig auch als Single erschienen ist. Der Aufbau erinnert mit dem pumpenden Saxophon im Hintergrund schön an "Just Friends". Auch grandios: "Between The Cheats". Diese beiden Tracks fassen die Fluffigkeit ganz gut zusammen, die das Album prägt, wobei sich das Soundbild zwischen "Frank" und "Back To Black" einpendelt.

Falls eine Tupac'sche Veröffentlichungsflut bei Amy Winehouse tatsächlich ausbleiben sollte, ist es beinahe ein wenig schade, denn die eine oder andere Perle scheint ja doch noch in ihrem Vermächtnis zu schlummern.

Trackliste

  1. 1. Our Day Will Come
  2. 2. Between The Cheats
  3. 3. Tears Dry
  4. 4. Will You Still Love Me Tomorrow (2011)
  5. 5. Like Smoke
  6. 6. Valerie (Versions Revisited)
  7. 7. Girl From Ipanema
  8. 8. Half Time
  9. 9. Wake Up Alone (Original Demo Recording)
  10. 10. Best Friends
  11. 11. Body And Soul
  12. 12. Song For You

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24 Kommentare

  • Vor 2 Jahren

    ich wette wär das ihr debut, und man würde sie nicht mit sich selbst messen, bekäm die platte ihre 4 5 sterne

  • Vor 2 Jahren

    ich wette wär das ihr debut, und man würde sie nicht mit sich selbst messen, bekäm die platte ihre 4 5 sterne

  • Vor 2 Jahren

    Na, wenn man eine vom Künstler ungewollte Kompilation heraushaut, darf man auch mal etwas strenger bewerten. Zumal die meisten derartigen Veröffentlichungen meist sehr auf ihr Hitpotential ausgerichtet und allgemein recht gedankenlos zusammengestellt wurden.
    Obwohl: Der Gedanke ans Geld wird sicherlich dabeigewesen sein. Mindestens eine weitere Platte werden wir wohl noch sehen, immerhin ist gezielt-offensichtlich herumgeraunt, es gebe noch mehr Material in den Schränken.