Porträt

laut.de-Biographie

Alice Russell

Sie war beinahe so etwas wie ein Maskottchen. Ob TM Juke, Nostalgia 77, Natural Self oder Unforscene - kaum ein Künstler aus dem Tru Thoughts-Roster, der seine Arbeit nicht mit Alice Russells Soul-Stimme vergolden wollte. Doch auch außerhalb des Kollektivs lauten Fat Freddy's Drop, Mr. Scruff und [re:jazz] nur drei der Namen, die sich um eine Kollaboration bemühten.

Alice Emily Russell wird in Suffolk an der Ostküste des britischen Eilands geboren. Ihr Vater, ein ausgebildeter Organist, unterstützt sie schon früh in ihrer Gesangsausbildung, meldet sie für verschiedene Chöre an und bringt ihr die klassische Musik näher. Alice bezeichnet diese Erfahrungen später als Schlüssel für ihre Karriere.

Einige Jahre darauf schließt sie sich verschiedenen lokalen Bands an. So rutscht sie in den Fokus von Tru Thoughts, die sie zu Beginn der 2000er unter Vertrag nehmen. Ihren eigentlichen Anfang nimmt Alice Russells professionelle Karriere allerdings erst mit der Zusammenarbeit mit Quantic auf dessen "Apricot Morning".

Als sie sich wenig später bei den Aufnahmen für "Stampede" des Quantic Soul Orchestras mit dem 4 Hero-Titel "Hold It Down" einsingt, reagiert das Mastermind so begeistert, dass er den Titel spontan mit auf das Album nimmt. Quantic steht auf Alice Russells 2004 erscheinenden Debüt "Under The Munka Moon" auf fünf Titeln als Produzent und Co-Komponist Pate.

Während alle Welt langsam aber sicher auf zwei weitere englische Soulsternchen namens Joss Stone und Amy Winehouse aufmerksam wird, geht Alice Russell relativ unbehelligt von den großen Medien mit dem Quantic Soul Orchestra auf Tour. Als Amy knapp zwei Jahre später mit "Back To Black" der Durchbruch gelingt, outet sie sich als großer Fan der Platte.

Schon 2005 erscheint ihr zweites Album "My Favourite Letters", dieses Mal durchgehend von Alex Cowan alias TM Juke produziert. Er hat zudem die meisten Instrumente einspielt und sie ebenfalls bereits zuvor auf seiner Soloplatte untergebracht. Cowan spielt darüber hinaus auf den folgenden Touren die Gitarre.

2006 erscheint mit "Under The Munky Moon II" ein Remixalbum, auf dem sich unter anderem DJ Vadim und Bonobo auslassen. Ebenfalls auf der Platte: ein von Nostalgia 77 produziertes Cover der White Stripes. "Seven Nation Army" gehört fortan zum Standardrepertoire bei Konzerten und sorgt mit der inbrünstigen, souligen Interpretation regelmäßig für Begeisterungsstürme im Publikum.

Überraschend gibt Tru Thoughts 2008 ohne Vorankündigung die einvernehmliche Trennung von Alice Russell bekannt. Man habe sich im Guten verabschiedet, sei stolz auf die Zusammenarbeit mit Alice und wünsche ihr weiterhin viel Glück. Die Sängerin will alleine weiter machen und gründet ihr eigenes Label Little Poppet.

Zur Freude der Fans bricht die Britin jedoch nicht mit ihrem langjährigen Produzenten und veröffentlicht nur kurze Zeit nach der Trennung in enger Zusammenarbeit mit Alex "TM Juke" Cowan ihr viertes Solo-Album "Pot Of Gold".

Die nächsten Jahre verbringt Russell mit diversen Kooperationen, darunter Weggefährten wie Quantic ("Look Around The Corner") oder auch David Byrne ("Here Lies Love"). Anfang 2013 kehrt sie mit "To Dust" in die Arme von TM Juke und Tru Thoughts zurück.

"Singen ist für mich der beste Weg, um meine Gefühle rauszulassen", berichtet Alice Russell. "Manchmal fühle ich mich dann richtig high, gerade wenn ich in höheren Tonlagen singe. Mir tut es einfach gut: Wenn man das Gefühl hat, dass nichts so richtig klappt, gehts einem gleich viel besser, wenn man die richtige Melodie auf den Lippen hat. Ich hab selbst Panikanfälle schon erfolgreich damit beenden können: Einfach 'Songs In The Key Of Life' von Stevie Wonder mitsingen – das ganze Album. Sollten vielleicht auch mal die Ärzte in ihren Maßnahmenkatalog aufnehmen: Gesang auf Rezept."

Alben

Alice Russell - To Dust: Album-Cover
  • Leserwertung: 3 Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2013 To Dust

Kritik von Sven Kabelitz

Blue Eyed Soul mit elektronischen Grooves und Spielereien. (0 Kommentare)

Alice Russell - Pot Of Gold: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2009 Pot Of Gold

Kritik von Alexander Engelen

Natürlich besser als Winehouse, Duffy & Joss Stone! (0 Kommentare)

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