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Zugegeben, Alex Gophers Soloscheiben hatten für mich nicht so viel zu bieten wie seine anderen Projekte z.B. mit Etienne de Crécy auf der letzten "Superdiscount". Mit seiner neuen, selbst betitelten Platte überrascht er hingegen in mehrerer Hinsicht. Statt mit schniekem Clubsound wie jüngst auf der "Motorcycle"-EP für Kitsuné wartet Monsieur Gopher hier mit einem komplett anderen Sound auf. Zurück zu den musikalischen Ursprüngen bzw. Wurzeln, so das Motto des Franzosen.
In diesem Sinne stellt "Alex Gopher" einen Rückgriff und zugleich einen Blick nach vorne dar. Den Spaß am Musik schreiben bzw. am Singen für sich wieder neu entdeckt, dachte Gopher – statt am Rechner funktionale Dance-Tracks zu basteln – an schlichte wie kompakte Stücke um die drei Minuten, die auf einem ausgedachten Songwriting basieren. Konventionell umgesetzt mit einer von ihm zusammengestellten Band.
Mit im Boot sitzen die ehemaligen Air-Kollegen Jean-Benoit Dunckel und Nicolas Godin, Olivier Libaux, dem Gitarristen von Nouvelle Vague, Sängerin Helena Noguerra sowie Etienne de Crécy als ausführendem Produzenten. Wenn man so will, eine Franko-Elektro-Allstarrunde.
Beim Entstehen des neuen Albums ging es ihm hauptsächlich darum, seine reichhaltige Erfahrung als Produzent zahlreicher Clubtracks mit seiner musikalischen Sozialisation, Stichwort Devo, New Order, Talking Heads, zu kombinieren. Mit zarten Reminiszenzen an 80er Waverock bietet "Alex Gopher" Passagen, die ein Gefühl der Leichtigkeit und Entspanntheit transportieren, die zugleich etwas von Air verströmen wie etwa "Isn't It Nice" mit Plüschflair, das melancholische "Boulder Colorado" oder "Song For Paul", bei dem doch ein gewisser Pathos durchschimmert.
Die andere Seite des Alex Gophers zeigt die gelungene Verbindung aus konventionellen Rockelementen mit stilistischen Merkmalen moderner elektronischer Tanzmusik. Wie etwa das hymnisch angehauchte "Out Of The Inside", das mit einem simplen, dennoch packenden Gitarrenriff, Handclaps aus der Retorte und einem Housebeat aufwartet.
"Brain Leech" gefällt mit Perkussion zu Beginn sowie einem satt treibenden Dance-Beat. Und punktet obendrein mit einem Cureschen Basslauf. "Carmilla" dagegen nimmt richtig Fahrt auf, angetrieben von kickenden Drums. Dazu noch eine verschämte Cowbell sowie flirrende Synthesizerklänge, fertig. "The Game" schließlich bietet eine kurzweilige Eruption der Verzerrung und des Knarzens.
Wie heißt es doch, öfter mal was Neues? Das Neue steht Monsieur Gopher gut, und seine Landsleute von Phoenix sollten vielleicht besser auf der Hut sein.
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