Porträt

laut.de-Biographie

Alex Gopher

Es heißt, sein Nachname stamme von "The Love Boat", womöglich die Mutter aller daily soaps. Der Sound von Alex allerdings klingt alles andere als nach US-Mittelklasse white trash. Der bürgerliche Monsieur Latrobe lebt im Pariser Vorort Versailles, wo einst der Welt erster absolutistischer Monarch in Reinkultur, Louis quatorze, herrschte und residierte. Ende der achtziger Jahre spielt Gopher Bass in der Independent-Band Orange, zusammen mit den Herren Nicolas Godin und Jean-Benoit Dunckel sowie Xavier Jamaux.

Alex Gopher - Alex Gopher
Alex Gopher Alex Gopher
Kompakte Tracks von der Franko-Elektro-Allstarrunde.
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Später, als Sampler und anderes elektronisches Equipment auftauchen bzw. interessant werden, entschließt man sich, verstärkt in dieser Richtung zu experimentieren. Zwei Jahre arbeiten Alex und Nicolas zusammen, bis sie 1991 getrennte Wege gehen: Gopher solo und Godin mit Dunckel in der Formation Air. Gopher und sein Freund Etienne De Crécy gründen 1994 das Label "Solid". Später stößt noch Pierre Michel Levallois hinzu, der frühere Tour-Manager von Orange.

Erster Release ist 1995 die "Gopher EP", 1996 erscheint auf Solid das von Etienne zusammengestellte Album "Super Discount", zu dem Gopher die beiden Tracks "Super Disco" und "Destockage Massif" beisteuert. Frenchhouse Filter-Disco ist der neueste Schrei in der Musikindustrie. Davon unbeeindruckt veröffentlicht Gopher 1998 sein Debut-Album "You, My Baby & I".

Einem Longplayer, beeinflusst von P-Funk, Electronica und deepem House, der sich um das Thema Eltern und Kinder dreht. Einer der Tracks, "06 10 98", ist seinem Sohn gewidmet. Desweiteren entstanden mehrere Stücke in Zusammenarbeit mit dem Funkadelic/Parliament-Sänger Michael "Clip" Payne. "The Child" featuret ein Sample von Billie Holiday. Alex Gopher selbst benennt Herbie Hancock, Stevie Wonder, Sly and the Family Stone sowie George Clinton als seine musikalischen Eckpfeiler, sein bevorzugtes Instrument ist die Fender Rhodes.

Im Frühjahr 2002 kommt "WUZ" in die Plattenläden, das mehr die housigere Seite von Gopher zeigt. Ursprünglich kam der Pariser Haute Couture-Schneider YSL auf ihn zu mit der Bitte, ein paar Housetracks für eine Herren-Modenschau zu schreiben. Davon angetan, arbeitet Gopher weiter an dieser Soundrichtung. Als versierten Co-Produzenten gewinnt er Demon, einem von ihm geschätzten Freund, der schon auf dem Solid-Unterlabel Poumtchak Housetunes veröffentlichte. Neben seiner Tätigkeit als Musikproduzent beschäftigt sich außerdem mit dem Mastern anderer Musiker wie z.B. dem Berliner Maxwell Implosion oder seinen Landsleuten von Télépopmusik.

Bis sein drittes, selbst betiteltes Album erscheint, arbeitet Gopher u.a. mit Etienne de Crécy an zwei Tracks ("Fast Track", "Overnet") für die zweite Ausgabe von "Super Discount". Er produziert außerdem für BTK Records "I Need Change", bei PIAS kommt die "Spam" EP heraus und Kitsuné veröffentlichen "Motorcycle" von der Compilation "Kitsuné Maison Compilation 3".

Mit seinem Werk "Alex Gopher" schlägt der Franzose ungewohnte Töne an, kombiniert Gitarrenklänge mit Elementen elektronischer Tanzmusik. Zugleich aus seiner Sicht eine Reminiszenz an Devo, New Order und Talking Heads, umgesetzt mit Hilfe von Air sowie Etienne de Crécy.

Alben

Alex Gopher - Alex Gopher: Album-Cover
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  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2007 Alex Gopher

Kritik von Gregory Britsch

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