Porträt

laut.de-Biographie

Al-Gear

Für Abdelkader Zorgani sind die Eltern an allem schuld. Als die sich scheiden lassen, ist der Düsseldorfer mit algerischen Wurzeln gerade einmal elf. "Papa war nicht mehr zuhause. Von da an ging's abwärts, weil eine Mutter einen Sohn nicht allein großziehen kann", sagt der heutige Gangsta Rapper.

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Die Abwärtsspirale involviert einen Wechsel auf die Hauptschule, wo er sich als Klassenclown in Selbstbehauptung und Sitzenbleiben übt, bis er schließlich ohne Abschluss mit einem Abgangszeugnis entlassen wird. Zorgani schlägt ungerührt den Weg in die Kriminalität ein. Prügelnd und stehlend landet er mit 14 das erste Mal im Jugendstrafvollzug.

Weitere Episoden folgen, nachdem er mit 15 Farid Bang in einer Diskothek kennenlernt. Gemeinsam schlagen sie einen anderen Clubgast zusammen, wofür der Düsseldorfer erneut vor dem Richter landet. "Ich war ein richtig ekelhafter Einbrecher", blickt der Rapper zurück. Als er schließlich von der Justiz vor die Wahl gestellt wird, langfristig hinter Gitter zu wandern oder seinen Schulabschluss nachzuholen, sucht der selbsternannte "Milfhunter" die örtliche Volkshochschule auf.

Außerdem beschließt er, statt auf Gewalt und Diebstahl auf Hip Hop zu setzen. 2008 und 2010 taucht er als Al-Gear mit Gastbeiträgen auf Farid Bangs ersten zwei Alben auf. In der Folge demonstriert der "Multikriminelle" (LP "Wieder Mal Angeklagt", 2014) auch seinen kruden Sinn für Humor. So erzählt er etwa im hiphop.de-Interview von seinem angeblichen Medizinstudium an der Uni Jena oder erlaubt sich vulgäre Späße mit Kollegah.

Mit diesen grenzwertigen Einlagen, die er regelmäßig online verbreitet, holt sich der Wettbüro-Stammgast auch schon mal eine Facebook-Sperre ein. Für ihn natürlich nur ein Image-Baustein mehr: "Ich bin das Gesamtpaket. Der beste Rapper, der beste Entertainer, der Bestaussehendste." Wenn es einen MC gäbe, der sowohl höher in die Charts eingestiegen (Platz 52 mit dem Debüt "Kein Feat. Für Spastis", Blackline Records) als auch mit mehr Anzeigen gesegnet sei, würde er mit der Musik aufhören, erklärt Zorgani.

Das muss er für das Zweitwerk auf dem eigenen Milfhunter Records (Vertrieb über distri) noch nicht. Diesmal zelebriert man den kriminellen Werdegang mit Featuregästen wie Massiv und Kollegah. "Was Ist Los Motherfucker", "Kriminell Und Asozial" oder "Streifzug" unterstreichen die Monothematik. Jedoch offenbart Al-Gear gelegentlich, dass hinter der Maske des Abtrünnigen mitunter doch ein reflektierendes Individuum steckt.

So setzt sich beispielsweise der Track "Integration" sowohl mit den Attitüden einiger Zuwanderer als auch mit der Geisteshaltung rechtsgerichteter Deutscher kritisch auseinander. Zudem distanziert er sich von seiner kriminellen Vergangenheit, noch während er sie glorifiziert. "Die vielen Anzeigen sind nicht cool. Ich wusste mit 14, dass ich nie wieder in den Knast möchte." Ein "echter Mann", so die Spielernatur, sei jemand, der seine Familie ernähren könne. "Nicht ein Zuhälter oder so."

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