Porträt

laut.de-Biographie

Aaron Parks

Der Jazz-Pianist Aaron Parks ist ein Meister, wenn es darum geht, Geschichten ganz ohne Worte zu erzählen. Mit seiner Musik projiziert er, herrlich subtil, die größten Epen vor das innere Auge des Hörers.

Diese Begabung legt der 1983 in Seattle, Washington geborene Musiker schon ziemlich früh an den Tag. Bereits als Kind setzt er sich ans heimische Klavier, um die Gewitter über dem Nordwestpazifik zu imitieren. "Ich versuchte den Klang des Regens, des Donners und des Winds nachzuahmen - alle verschiedenen Bestandteile.", erinnert sich Parks im Interview. "Ich versuchte einfach Geräusche zu kreieren, obwohl ich das Instrument nicht beherrschte." Als die Eltern genug von solchen Experimenten haben, verordnen sie ihrem Sohn Klavierunterricht. Eine Lehrerin bringt dem Klangkünstler das Spielen nach Gehör bei. Er Spielt Jazz-Standards und beweist dabei großes Talent.

Auch in der Schule zeigt Parks überdurchschnittliche Leistungen und darf deshalb schon mit 14 an der University of Washington studieren. Seine Fächer sind Musik und Informatik. Bald erkennt er jedoch, dass seine wahre Bestimmung die Musik ist. Also zieht der Teenager nach New York, wo er mit 16 ein Studium an der Manhattan School of Music beginnt.

Während seines letzen Jahres an der Hochschule, steigt er in die Band des Trompeters Terence Blanchard ein. Fünf Jahre geht er mit der Gruppe auf Tour und nimmt mit ihr drei Alben für das Majorlabel Blue Note auf, "Bounce", "Flow" und "A Tale Of God's Will". Diese Zeit prägt ihn sehr. "Ich habe mit 18 das College beendet, aber die wirkliche Schule begann erst danach in der Band von Terence Blanchard - die Schule der Straße.", erklärt der Pianist.

Parallel dazu beteiligt er sich an der Produktion diverser Soundtracks, kollaboriert mit weiteren Jazzmusikern und veröffentlicht seine ersten Soloplatten. Als er Mitte der 00er die Band von Blanchard schließlich verlässt, bekommt Parks seinen eigenen Vertrag bei Blue Note. "Ich bin begeistert, dass ich nicht nur Teil des klassischen Blue-Note-Erbes werde, sondern auch jener neuen Generation mit Terence Blanchard, Lionel Loueke, Cassandra Wilson und so vielen anderen großartigen Künstlern angehöre", freut er sich sich zurecht über den Deal.

Seinen Stil bezeichnet der Wunderknabe als "spontan und cineastisch". Sein Solo-Majordebüt erscheint 2008 deshalb unter dem Titel "Invisible Cinema". "'Invisible Cinema' beschreibt genau das, was Musik im Kern ist. Man kann sie nicht sehen. Aber es bestehen diese Spannungsfelder zwischen den Musikern. Musik kann so viele Geschichten erzählen."

Egal wie man seine Musik in Worte zu fassen versucht, Aaron Parks ist einzigartig. Auf "Invisible Cinema" zeigt er diese Einzigartigkeit, sowohl auf solistischer, als auch auf kompositorischer Ebene. "Manchmal habe ich Eric Harland (Schlagzeug) ein sehr spezielles Drumstück gegeben, das er lernen sollte", erläutert Parks seine eigenwillige Kompositions-Methode. "Aber sobald er dann das gebracht hatte, was mir vorschwebte, bat ich ihn, es wieder zu vergessen, los zu lassen." Durch diese Vorgehensweise, bringt Parks seine Band dazu, frei miteinander zu agieren.

Die Frage nach seinen Vorbildern beantwortet er zwar zuallererst mit einer Latte namhafter Jazzmusiker. Zu den Künstlern die ihn beeinflussen, gehören aber explizit auch Radiohead und Björk, Talk Talk, Meshell Ndegeocello, Death Cab for Cutie und viele andere ausgezeichnete Nicht-Jazz-Bands. All diese Einflüsse finden sich in seiner Musik wieder. "Invisible Cinema", unsichtbares Kopfkino eben.

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