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Die vier Lettern des AC/DC-Logos gehören zum Weltkulturerbe. Das wird kein Mensch, der seine fünf Sinne beisammen hat, ernsthaft bestreiten wollen. Welches Album der Legenden aus Down Under soll man aus der an Höhepunkten wahrlich nicht armen Diskografie nun aber heraus picken? Die Fangemeinde dürfte diese Frage spalten wie kaum ein anderes Thema, das sich um den Fünfer rankt.
Eine Scheibe aus der Scott-Ära? Oder doch eine mit Brian Johnson am Mikro? Falls ein Album nach dem Tode Bon Scotts in Frage kommt, dann ist das mit Sicherheit "Back In Black", das bis heute den AC/DC-Verkaufsrekord hält. Aber da es hier nicht um monetäre Dinge geht, muss man eben etwas tiefer buddeln und nach dem Einfluss fragen, den AC/DC auf nachfolgende Generationen hatten und nach wie vor haben.
Genau hier kommt "Highway To Hell" ins Spiel. "Back In Black" mag die Ernte der Band anno 1980 endlich eingefahren haben, die kreative Entwicklung der Combo erfährt aber bereits mit dem Vorgänger ihren Höhepunkt. So darf "Highway To Hell" das Verdienst zukommen, all dem, das danach kam, den Weg geebnet zu haben. Gleichzeitig kulminieren im sechsten Studioalbum alle Stärken in Album-Form, die AC/DC bis dahin ausmachten. Diese traten davor und danach nie wieder so geballt und exzellent in Szene gesetzt zutage wie hier: Schwanzrock der Spitzenklasse mit fetten Gitarrenriffs und der Extraprise Adrenalin.
Zudem befindet sich mit dem Titeltrack ein Song auf dem Album, den die Verantwortlichen der NASA getrost als Botschaft der Menschheit in der Voyager hätten platzieren können. Es gibt nur wenige Lieder, die man bereits nach einem Ton erkennen kann; "Highway To Hell" zählt dazu. Wenn im abschließenden Crescendo eine Donnerwand aus Gitarren ertönt, wandert jedem Freund des gepflegten Klampfengeschrubbes ein wohliger Schauer den Rücken rauf und wieder runter.
Zu Beginn der Aufnahmen deutete jedoch noch nichts darauf hin, dass AC/DC einen Klassiker an den Start bringen würden. Gewohnte Konstanten wurden über den Haufen geworfen. So nahmen sie die Arbeiten an einem Album erstmals außerhalb der australischen Heimat in Angriff, und zum ersten Mal standen nicht Harry Vanda und George Young hinter den Reglern. Vielmehr zog man Eddie Kramer zu Rate (Jimi Hendrix, Kiss). Dem war jedoch kein Glück beschieden. So munkelt man, er legte der Band eine Coverversion von "Gimme Some Lovin'" der Spencer Davis Group ans Herz, was man sich heute kaum mehr vorzustellen wagt. Die Beziehung Kramer - AC/DC war hernach beendet.
Statt seiner holten sie Mutt Lange an Bord, was sich als Glücksgriff erweisen sollte. Zwar klingt der Sound der Scheibe im Vergleich zu den vorangegangenen Werken etwas zahmer, aber wer einen Diamanten auf Hochglanz poliert, dem sollte man dies nicht ankritteln. Zumal sich der Knöpfchendreher hier noch in Zurückhaltung übte, was man von späteren Arbeiten Langes nicht mehr behaupten kann. Die überproduzierten Scheiben von Def Leppard und Bryan Adams sprechen in dieser Beziehung eine ganz eigene Plastik-Sprache.
Lange straffte die Zügel insgesamt etwas, wodurch das Zusammenspiel der Band wie aus einem Guss klang. Phil Rudd und Cliff Williams liefern als Rhythmus-Sektion eine Leistung ab, die 'tight wie ein Entenarsch' perfekt auf den Punkt bringt. Die Gitarrenarbeit von Angus und Malcolm setzt sowohl im Rhythmus- als auch im Lead-Spiel erneut Maßstäbe, und über allem thront des Rock'n'Rolls Straßenköter Bon Scott.
Die einzige Lässigkeit, die sich AC/DC noch erlaubten, war die wunderbar hingeschnodderte Aussprache des Sängers. Wunder weiß, welchen hanebüchenen Kokolores Generationen Heranwachsender verstanden haben. Egal, denn sämtliche zehn Songs atmen gerade dank seines Organs den Spirit des versexten Rock'n'Roll in jeder Sekunde mit jedem Ton. Die Verschmelzung des Blues mit der Aggressivität eines Rock-Shouters findet hier ihre formvollendete Veredelung. Scotts Outfit mit hautengen Jeans samt nacktem Oberkörper und stolz gewellten Brusthaarlöckchen steht sinnbildlich für eine in Musik gegossene Testosteron-Ejakulation. Breitbeiniger Hardrock? Ja bitte, aber mit Schuss.
Neben dem Opener und Übersong schlechthin fallen die restlichen Lieder zwar etwas ab, aber von Lückenfüllern zu reden, wäre Blasphemie. Der unwiderstehliche Boogie von "Girls Got Rhythm", das hymnische Element von "Walk All Over You" oder der nach vorne gehende Drive von "Shot Down In Flames", jeder Track verursacht stante pede ein unkontrolliertes Zucken in diversen Körperteilen.
Die zwei abschließenden Songs "Love Hungry Man" und "Night Prowler" fristeten immer schon ein Dasein im Schatten der Dampfhammer vom Schlage "If You Want Blood (You've Got It)" oder "Beating Around The Bush". Jedoch zu Unrecht, führten sie dem Hörer doch vor Augen, wo die Wurzeln der Band liegen. Jene verloren Angus und Co. mit der Zeit etwas aus dem Blickfeld, was auf Kosten der Abwechslung ging und eigentlich bis heute andauert.
Wenn man bis dato nach dem Prototypen eines Hardrock-Albums Ausschau gehalten hätte, so hätte man am 27. Juli des Jahres 1979 die Suche getrost einstellen können.
Scotts letzte Worte hätten auch nicht passender gewählt sein können. Fan der Serie "Mork Vom Ork" (Hauptrolle: Robin Williams), sprach er am Ende von "Night Prowler" genau die Worte, die der Serienheld, ein Außerirdischer, zum Beenden einer Sprachmitteilung an seinen Heimatplaneten benutzte:
"Shazbot! Na-Nu Na-Nu!!"
In der Rubrik "Meilenstein" stellen wir Albumklassiker vor, die die Musikgeschichte oder zumindest unser Leben nachhaltig verändert haben. Unabhängig von Genre-Zuordnungen soll es sich um Platten handeln, die jeder Musikfan gehört haben muss.
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Ich find Touch too Much auch noch echt genial. Und den Song Highway to Hell and sich find ich im Vergleich zum Rest der Platte nicht überragend. Klar, nen verdammt guter Song wie jeder des Albums. Aber wirklich rausgestochen hat er (für mich) noch nie. Stimmt irgendwas nicht mit mir?
Gute Rezi btw.
coole Rezi und ... was will man sagen. Passt. Manch einer hätt n anderes AC/DC Album genommen, aber für micht stimmts.
Schade das sie live immer nur die gleichen Sachen spielen. Ich war mal an nem Konzert von ner Tributeband (die waren ziemlich gut) und die haben auch andere STücke gespielt (u.A. "Walk all over You") und es war wirklich endgeil.
schade das die Kettenrauchenden Australier das nicht mehr spielen.
verdienter Meilenstein jedenfalls.
Doch, "Music for the Jilted Generation" oder auch "The Fat of the Land" hätten meiner Ansicht nach auch nen Meilenstein verdient. Die Frage nach dem "Warum" ist irgendwie müßig, ist Kunst doch stets Ansichtssache - es geht bei Meilensteinen wohl grundsätzlich mehr um die Alben die zu einer gewissen Phase viele Leute geschätzt haben, die eine Ära geprägt haben, oder neue Stilrichtungen in Gang gesetzt haben. Das ist sowohl z.B. bei AC/DC gegeben, wie auch bei "The Prodigy".
@ lauti: Ja Kunst ist Ansichtssache. Ich frag mich nur wo sich bei The Prodigy die Kunst versteckt hat. Klar auf irgendwelchen riesigen Festivals besoffen dazu moshen geht immer. Aber Meilensteine a la AC/DC, Kyuss, Mobb Deep, oder die Beatles abgeliefert? Hm nöööö. Jedenfalls nicht im Sinne von musikalisch wertvoll. Viele hohe Chartsplatzierungen ja, aber sonst...
@ Azealia: Danke.
Klar, die Jungs dürfen in dieser Liste sicher nicht fehlen. Aber - wie wärs denn mal mit einer Liste der nie groß gewordenen Bands mit ihren in kleineren Kreisen heißgeliebten Überalben? 
Ich schätze eure Meilensteine, trotzdem: Das wär mal wirklich was für mich!
Andere Sache - wo bleibt eigentlich Tom Waits?
Ob Back Black oder diese, ist auch ein bisschen Glaubensfrage. Nämlich ob man mehr Retro, dem alter Sänger nachhängt. Hth klingt rauer, BiB erwachsener. Ich finde die BiB aufgrund der guten Produktion besser.
gute wahl, "highway to hell" hör ich immer noch gerne. "the prodigy" waren zwar nicht schlecht, aber ein meilenstein?-ach nöö... da gibts viele andere, die erwähnenswerter wären. gibts wirklich soviele meilensteine im rap? nicht wirklich,imho.
@ Django: Also bei Kiss bin ich mit dir
. Aber ACDC sind halt quasi die Reinkarnation des Rock. Neben Lemmy natürlich. Da steckt nen Lebensgefühl dahinter. Hinter The Prodigy steckt... besoffenes ausrasten. So seh ich das^^.
@ Dani: Wie wärs zum Beispiel mit Blackout? Meth'n'Red in action
.
"Hinter The Prodigy steckt... besoffenes ausrasten." Und was machen die Leute auf einem ACDC-Konzert?
"Hinter The Prodigy steckt... besoffenes ausrasten." Und was machen die Leute auf einem ACDC-Konzert?
@ HarriVedertschi: Schon auf beidem gewesen? Und selbst wenn es ein und das selbe wäre: wieder nen schönes Beispiel für aus dem Kontext gerissen. Lies dir halt mal den Satz davor durch hm?
Nebenbei bemerkt halte ich ACDC zwar nicht für die besten Songwriter, aber das ist alles immer noch tausend mal eher gekonnt als das simple Haudrauf-Schema von The Prodigy.
Ach komm mir doch jetzt nicht so Dude. Das kannst du doch echt besser. Nur weil du ACDC rein subjektiv (so ist das mit dem Musikgeschmack nun mal) besser leiden kannst, musst du hier nicht einen auf Geschmackspolizei machen.
Du vergleichst hier 70er-Jahre Rock mit 90er-Jahre-Was-auch-immer-Techno. Das sind Äpfel und Birnen. Songs, die mittlerweile 30 Jahre alt sind und die fast jeder kennt, mit anderen, die man zunächst mal auf MTV und in irgendwelchen Clubs gehört hat.
Besoffene Prolls findest du garantiert auf beiden Veranstaltungen. Was jetzt hochwertiger ist, ist nun wirklich einerlei. Die einen mögen das, die anderen eben was anderes. Ich finde ACDC sind so überflüssig und unangenehm wie eine Warze an den Haxen. Und Kunst suche ich da nun wirklich vergebens (jetzt aber nichts wie weg hier). Prodigy - versteh mich da jetzt nicht falsch - mag ich auch nicht besonders. Aber was man ihnen nicht absprechen kann ist, dass sie dem Techno eine dreckige, verseuchte und - wenn auch möchtegern - punkige Attitüde verpasst haben. Einen Meilenstein haben sie vielleicht beide verdient.
Es ist doch so wie immer bei dieser Kategorie: Man diskutert und diskutiert und jeder hat doch 10 bessere Vorschläge im Ärmel, als das was hier gebracht wird. Ich finde zum Beispiel nur die Hälfte hier wirklich gut, kann die Auswahl (mit Ausnahme von Kiss) schon verstehen.
Um ehrlich zu sein bin ich da tatsächlich versehentlich auf die Vergleichsschiene geraten. Natürlich lässt sich das nicht vergleichen aber da war mir in meiner Diskussionswut das "ich find The Prodigy sollte rein" und" Ne sollte es nicht" zu wenig und habs übertrieben, sorry dafür
. Dann halt so: In meinen Augen sind ACDC nen Stück Rockgeschichte und The Prodigy ne nette "Band" für Festivals. Die Kunst-Diskussion kann man wirklich stecken lassen. Allerdings hat die der stumme zeuge ins Spiel gebracht
.
Cheers Dude!
Weißt du, für mich sind ACDC viel mehr die Kapelle, von denen "Highway to Hell" in jedem zweiten Fußballstadion gespielt wird, damit die Leute beim Pinkeln-Gehen schön mit dem Fuß wippen können und denken: "Boah watt'n geiler Nachmittag!" Das geht für mich schon so ein bisschen in die Festivalstimmungsecke, die du mit Prodigy assoziierst. Aber den Meilenstein können sie trotzdem gern haben. Es sind ja schließlich größtenteils Songs mit Klassikerformat.
So genug davon. Dann kloppen wir jetzt mal auf den armen Lauti ein. Scheint auf diesen Seiten ja ohnehin ein beliebtes Spiel zu sein...

@ JADeVin: Ja neee ist klar
.
@ HarriVedertschi: Auch so
! Na ja ich hab mit ihm kein solch großes Problem wie manch anderer hier^^. Manchmal geht er mir auf die Nerven, etwa wenns ums illegal Musik saugen geht. Aber was solls, ich bin vermutlich auch ne Nervensäge. Ganz bestimmt sogar
. Was die Fußballstadien angeht: Seven Nation Army ist so ein guter Song und ich kann ihn einfach nicht mehr hören-.- ... Find ich noch viel schlimmer.
Ja, ist schon echt ein Jammer, was sie den White Stripes damit antun. Wenns nur bei meinem Lieblingsverein wäre, ist das schon zu verkraften, aber den Song überall zu hören ist schon hart. Da kommen "Go West"-Assoziationen hoch. Dass dich das besonders schmerzt, kann ich verstehen.
Das mit dem Lauti war Spaß. Du hast ihn nämlich schön in die Schusslinie geholt. Ich bin aber auch eher ein Hippie.
So, jetzt haben wir hier aber genug reingespamt. Und Lauti hat bald seinen eigenen Thread...
Also Dude hier muss ich leider auch sagen, dass du im Unrecht bist. Prodigy verdienen allein schon wegen ihrer Konzerte eine Meilensteinrezi. Wenn man dann mit Fat of the Land eines der meistverkauftesten Alben in Britanien rausgehauen hat dann ist die auch berechtigt. Und warum gerade ein Wolfmother bzw Motörheadfan was gegen besoffenes Ausrasten hast will sich mir nicht erschliessen 
.
! Na ja ich hab mit ihm kein solch großes Problem wie manch anderer hier^^. Manchmal geht er mir auf die Nerven, etwa wenns ums illegal Musik saugen geht. Aber was solls, ich bin vermutlich auch ne Nervensäge. Ganz bestimmt sogar
. Was die Fußballstadien angeht: Seven Nation Army ist so ein guter Song und ich kann ihn einfach nicht mehr hören-.- ... Find ich noch viel schlimmer.
@AC/DC-Meilenstein: Yo, is okay.
@Prodigy-Diskussion: Doch, die haben sich einen Meilenstein verdient. "Music for..." war wirklich ein Album, das in JEDER Szene gut ankam. Sicher nicht bei jedem, aber wenn das mal kein "If The Kids Are United"-Album war, welches dann zu der Zeit?
Das Inlay-Cover hat damals echt gut gepasst. Wer sich nicht mehr erinnert oder es nicht kennt:
http://www.blastfm.ch/images/inside/DSC01854.jpg
Underworld waren soviel besser und tiefer. Und AC/DC: Geht klar!
ACDC als Meilenstein ist ganz klar gerechtfertigt - aber "Highway to Hell"? Ich hätte da eher auf "Back in Black" oder "High Voltage" gehofft...
Zu The Prodigy muss ich sagen, dass sie ganz klar einen Meilenstein verdient haben (The Fat of the Land), weil sie eben auch, wie ACDC, die Musikgeschichte geprägt haben. Das ACDC jetzt künstlerisch viel anspruchsvoller ist ist auch fraglich, da sie auch eher schlichte, einfache und Massentaugliche Musik gemacht haben. Aber eins haben sie beide gemeinsam: Sie habe mit ihrer Musik, die an beiden Seiten eher einfacher gestrickt ist irgentwie den damaligen Zeitgeist getroffen und sind somit im Gedächtnis geblieben - und dafür geht ein Meilenstein OK.
Bei den Meilensteinen geht es eben nicht um subjektive Vorlieben oder elitokratisches Kunstverständnis (sonst wäre "Nevermind" nicht in der Liste gelandet), sondern um die Kreise, die ein Werk zieht.
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