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Der bloße Name Oliver Ackermann klingt für deutsche Ohren nicht gerade nach künstlerischer Hochspannung. Doch weit gefehlt. Der New Yorker Komponist, Gitarrenmagier und Soundtüftler bringt uns zum Jahresende mit seiner Band A Place To Bury Strangers einen dieser ganz selten gewordenen Indierock-Glücksmomente. Mit den zehn Tracks von "Exploding Head" katapultiert sich das Trio scheinbar mühelos in den Olymp der Alternative Szene.
Mit seiner Effektpedalfirma Death By Audio verschafft Ackermann sich den notwendigen finanziellen Freiraum als Grundlage der totalen klanglichen Unabhängigkeit. Genau das hört man der CD in jeder Sekunde an. Der Axeman Ackermann hat uns etwas mitzuteilen. Und das tut er mehr als deutlich mit diesem glühenden Rockeisen.
Stilistisch kann man die wilde Truppe durchaus als artverwandt mit dem nicht minder beeindruckenden diesjährigen Album "Alight Of Night" der Crystal Stilts vergleichen. Doch wo letztere den Betablocker des Sixties Garage geben, werfen APTBS den Hörer gnadenlos ins speedverseuchte Stahlbad der 80er Indie-Pioniere. Dreh- und Angelpunkt des herrlich fiesen Krachgewitters ist die feurig lodernde Gitarre des Bandchefs und Sängers.
Besonders auf "Everything Always Goes Wrong" und "In Your Heart" gelingt ihm ein Kunststück, an dem sich Generationen von Rockbands bereits die Zähne ausbissen: Er erzeugt den für unkopierbar gehaltenen Guitarsound der legendären "Big Black" und transferiert die noisigen Riffs ins neue Jahrtausend. Eine Art "Columbian Necktie"-Arschtritt für die gegenwärtige Szene! Melodisch psychedelische Gesangslinien treffen auf kakophones Zerhäxeln der Marke Jesus And Mary Chain. Die nur scheinbar gleichgültig intonierten Vocals verbeugen sich tief vor den - im Big Apple verehrten - Postpunk Hannoveranern 39 Clocks.
Man kann gar nicht genug bekommen vom ausnahmsweise assoziativ notwendigen Namedropping. Wavige Drumbeats der Marke frühe Killing Joke oder Danse Society gehen Hand in Hand mit Joy Division- und Cure-Bassläufen. Das Hüsker Dü-artig eruptive, Knochen brechende Element übertritt dabei gern auch mal über die Tinnitus-Grenze.
Den quälend guten Reißer "Ego Death" sollte man nicht allzu laut durch die Gehörgänge fegen lassen. Sonst räumt der Höllentrack wie ein akustischer Zahnarztbohrer restlos auf mit allem, was sich dort befindet; trotz hypnotischer Melodie "... so come on, come on ...".
Der Überhit der Schallplatte - lang war dies schöne alte Wort nicht mehr derart treffend - ist sicherlich das Titelstück. Mit fast schon aufreizender Lässigkeit zelebriert der Amerikaner eine hochmoderne Variante der alten Tante Postpunk/Ur-Goth. Das alles hat gleichwohl nichts Epigonales an sich. Vielmehr gehört Ackermann zu den Kindern, die ihre Revolution nicht fressen und auf den musikalisch oft geschändeten Trümmern der ersten Generation einen vollkommen eigenständigen, neuen Klangkosmos errichten.
Ein Platz, Fremde zu begraben, ist die Scheibe definitiv; zumindest solche minderen künstlerischen Talents. Ein ganz großes Album voll elektrifizierender Kraft für alt und jung. Majestätisch zeitloser Krach ohne jeden Schwachpunkt.
| Shop | Titel | Info | Preis | Porto | Gesamt |
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A Place to Bury Strangers - Exploding Head | Infos (Lieferzeit/Service) | €21,99 | €0,00 | €21,99 |
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Place to Bury Strangers - Exploding Head | Infos (Lieferzeit/Service) | €23,99 | €0,00 | €23,99 |
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bin sehr gespannt, wie das bei euch ankommt, wenn ihr das teil habt.
seit jahren ist mir im indie-genre kaum was derart inspiriertes, total ursprüngliches und gleichzeitig modernes über den weg gelaufen.
....und wer in dieser rezi zum ersten mal big black bzw jesus and mary chain (aber vor allem big black) bemerkt hat, sollte nochmal die 4. klasse-alternative-schulbank drücken.
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mhh, nach einmaligem hören der cd bin ich nicht mehr so überzeugt. die melodien des erstlings haben mir besser gefallen. das zweite album ist vom gitarren fuzz schon ne stufe härter, was mit den nötigen melodien sehr geil wäre. die habe ich bisher noch nicht entdeckt. also bis auf "keep slipping away" scheinen die wave spurgen auch fast vollkommen verschwunden. ich werd mir das album wohl noch ein paar mal anhören müssen, aber bisher hat es mich nicht so vom hocker gerissen wie der erstling.
keine ahnung wie du darauf kommst, der "gitarren fuzz" wäre nun eine stufe härter. album #1 ist vom noisefaktor her definitiv der härtere arschfick von beiden.
die melodien, geschenkt. frage mich wie man bei offensichtlichen hits (in your heart, keep slipping away, exploding head) und etwas sperrigeren nummern (it is nothing, everything always goes wrong, i lived my life...) von fehlenden melodiebögen reden kann.
ach und zu den wave spuren sag ich jetzt mal nichts, außer vielleicht.. exploding head.
nein, es ist kein zweites "dont think lover" dabei aber dafür ist es ein album das als ganzes funktioniert, das kohärent geil ist und schlichtweg macht was es will - und damit durchkommt.
schlechtestes album des jahres.
dito.
wobei teilweise mutig bis dreist geklaut bzw. geborgt wird. das endergebnis ist aber wirklich refreshing.
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der gesang ist auf "exploding" auch einfach besser gemischt und nicht so holzhammer-indiemäßig aus den niederungen eines fahrstuhlschachtes.
ackermann hat an seinem gesang eben auch handwerklich hörbar gearbeitet. er kann es jetzt besser.
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