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Warum so zurückhaltend, Maynard? Eine kritische Betrachtung des politischen Klimas in den Vereinigten Staaten stelle ich mir aggressiver vor. Gerade von deiner Band. Nicht dass Interpretationen klassischer Protestsongs von John Lennon, Marvin Gaye oder Depeche Mode unbedingt den Prügel auspacken müssten. Aber dass sich "When The Levee Breaks" von Bonham/Page/Plant selig im klassischen Massive Attack-Gewand wiederfindet, ist doch überraschend.
Doch halt! Nicht so vorschnell. Schließlich ist "Emotive" ein Konzeptalbum. Eine "Zusammenstellung von Songs über Krieg, Frieden, Liebe und Habsucht" (Keenan). Und tatsächlich ist die dominierende Stimmung der Songs nachdenklich bis bedrohlich. Es ist die Ruhe vor dem Sturm. Es sind die dunklen Wolken am Himmel, die vom Regen künden, während die Sonne noch scheint. Es ist exakt der Moment, in dem die Sonne hinterm Horizont erlischt.
"Imagine" wird so zum Trauermarsch, klingt ironisch und mahnend. Hier macht sich keiner über John Lennons Vision lustig, sondern setzt sie in ein neues Licht, schafft eine neue Perspektive. Auch Fears "Let's Have A War" klingt fremd: Eher nach kriechender Seuche denn nach Schlachtruf. Und Marvin Gayes "What's Going On" erhebt sich langsam wie eine Lamento über die Verfassung der amerikanischen Volksseele: "Father, Father, Everybody thinks we're wrong!".
Viele Tracks der Platte wirken wie eine von langer Hand geplante Studio-Jam, in dem nur die Worte der Originalsongs erhalten bleiben. So hat "People Are People" mit Modes Original bis auf den Text fast nichts mehr gemein. Und auch Black Flags "Gimmie Gimmie Gimmie" klingt anders und schafft es nicht, den Druck des Originals zu entwickeln.
Zwei Eigenkompositionen haben es auf's Album geschafft: "Passive" und "Counting Bodies Like Sheep To The Rhythm Of The War Drums". Letztere ist eine gelungene Industrial-Adaption des Tracks "Pet" vom Vorgänger "Thirteenth Step". Damit bleibt als einzig wirklich neuer Track "Passive". Und der - Überraschung! - bricht dann auch als einziger zeitweise aus der düsteren Lethargie aus, wird druckvoll und laut. So, wie man sich einen Protestsong eigentlich vorstellt.
"Emotive" schafft es nicht, an die qualitativ herausragenden zwei Vorgänger der Band anzuknüpfen. Vielleicht war das aber auch gar nicht der Plan. Wie erwähnt: "Emotive" ist ein Konzeptalbum. Und es endet konziliant: Joni Mitchels "Fiddle And The Drum", a capella, ist ein versöhnlicher Schlusspunkt und Schauder, Furcht und Klage zugleich. Schön.
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das album hat ein paar lieder, die wirklich wunderschön sind und APC haben aus vielen alten songs ne menge rausgeholt. einige davon kannte ich nicht, hab sie mir im original runtergeladen und es gefällt mir, was APC draus gemacht haben.
imagine, what's going on, when the levee breaks klingen wunderschön, der rest ist voll in ordnung. was mich stört ist irgendwie nen mangel an energie bei apc, deshalb isses wohl keine cd für die dauer.
mir hätte nen echtes ACP album trotzdem besser gefallen!
hm, ich kannte von den ganzen liedern nur 3... ist das jetzt schlimm
?
Ja, keiner hier hat dich jetzt noch lieb.
@ Topic: Ist ist gut, ja.
Ist es wirklich.
Es ist aber kein APC-Album. Es hat weder das typische, vertrackt-geniale APC-Songwriting, noch die Maynard-Lyrics, und sorry - das ist es, war ein Mer De Noms oder ein 13th Step für mich ausmacht.
Was bleibt ist ein unterdurchschnittliches APC-Album, das immernoch ein gutes bis sehr gutes normales Album ist, nur an die Heroen um MJK und Billy Howerdell stelle ich andere Anforderungen.
Zudem ist die Live-Version von "Passive", also das Tapeworm-Cover "Vacant" um einiges energetischer und besser als die gemasterte Album-Version :
Fazit: Gut, aber nicht mit dem normalen APC-Output vergleichbar.
ihr scheint alle zu vergessen, dass es 'nur' ein cover-album ist, nicht mehr und nicht weniger. und sie haben überdurchschnittlich viel rausgeholt.
merkt man bei stücken wie zb 'peace love and understanding', 'whats going on' und 'when the levee breaks'.
ich weiß ehrlichgesagt nicht was ihr habt.
fehlt dir denn nicht nen bisschen energie dabei? auch wenn APC eher ruhig sind kommen sie bei emotive so gar nich ausm arsch
Genau. Das, find ich, ist auch der größte Kritikpunkt: Die emotionalen Extreme fehlen. Die Gänsehaut plötzlicher Crescendi und Ausbrüche oder sich langziehender Spannungsbögen macht aus einer sehr guten Platte erst ein A Perfect Circle-Album.
Hat für mich momentan so ein bisschen ein Radiohead-Gefühl: Kühle, anspruchsvolle, rhythmusbetonte, hervorragende Musik, der es aber nur selten gelingt, "unter die Haut" zu gehen.
genau das meine ich mit cover-album. ein band kann noch so gut sein, aus vorgegebenen songstrukturen kann man nicht etwas völlig 'eigenes' machen. und was ihr haben wollt ist a perfect circle, ganz 'eigen'. das ist 'emotive' aber nicht.
When The Levee Breaks ist glaube ich von Led Zeppelin, kann mich aber irren 
Imagine ist in jedem Fall vom Lennon...
@himself: Wenn ich Keenans Stimme höre und sich jeder Track trotz fremden Songwritings nach kurzer Zeit als APC-Track offenbart, werde ich unweigerlich an das "Eigene", an 13th step und Mer de Noms erinnert.
Und das ist dann halt dieses "Hm, jaa.... klingt gut, aber sie könnens ja eigentlich um einiges besser."
erzähl mir nix von husten, ich hock seit zwei wochen mit ner spastischen bronchitis daheim rum 
zu emotive: hab die cd jetzt auch und find sie sehr gut. auch wenn ich einige der originale gar nicht kenn, die songs stehen für sich allein. am meisten hats mir bisher aber "counting bodies like sheep to the rhythm of the war drums" angetan, der song klingt total nach alten manson und NIN... arschcool.
Ja, der ist auch gut -> Ist ja auch ein APC-Original, quasi. Auch wenn's "nur" ein guter Remix ist.
Aber einfach nur mal als Beispiel:
Passive.
[url=http://toolshed.down.net/audio/mp3/vacant.mp3]Vacant (live).
Hallo?! Was haben die bitte aus dem Tapeworm-Song gemacht?!
Und das zieht sich durch das gesamte Album, es fehlt der Drive, die Power, die Emotion (und das bei dem Album-Titel), es fehlt APC.
Sorry, aber die Platte ist momentan fast die Enttäuschung des Jahres. Wohl, weil ich mir so viel versprochen habe, aber das Ergebnis tut irgendwie schon fast weh in der APC-Fan-Seele :
was versprichst du dir von einem cover-album? ich finde, sie haben ihr potential nicht ausgeschöpft, aber, wie gesagt, es ist ein cover-album. und die versionen sind höchst interessant und auf einem sehr hohen level einzustufen, wie ich finde.
immer wenn jemand was von apc langweilig findet, hat ers nicht kapiert.. 
Ja, perfekt gewählt. Deliverance und Blackwater Park wären allerdings genauso perfekt gewesen. (Bei Opeth bin ich zumindest Alben-technisch mit Corey auf einer Höhe.
)
Und zurück zu APC: Es ist was dran an Sands Kommentar. Wer dieses Album mit der fehlenden Dynamik und dem Schwerpunkt effektlastige Sphärik sowie Rhythmik besser findet als die beiden Platten davor, geht vielleicht auch mit ner ganz anderen Erwartungshaltung an die Band ran.
Da lohnt sichs dann auch nicht zu diskutieren.
blackwater park find ich als einstieg für opeth am besten (schließlich wars meine erste
).
emotive hatte bei mir irgendwie zur folge, dass sich thirteenth step jetzt wieder öfter im cd-player dreht 
trotzdem, ich bleib dabei: find das coveralbum sehr gelungen.
@Turrican
Die Damnation ist meines Erachtens kein guter Einstieg, da dieses Album nur die halbe Seite der Band zeigt. Die restlichen Alben gehen (mit ein paar Ausnahmen) eher in Richtung Death Metal
!
Ja, hab schonmal kurz in Blackwater Park reingehört und war doch etwas verschreckt... 
Aber wird schon. Gegen Death Metal-Vocals habe ich nichts, wenn der Rest stimmt - siehe Neurosis, Isis...
Sorry für das Off Topic, an alle, darum noch mal was zum Thema:
Die 13th Step hat bei mir auch auf Anhieb gezündet. Ich finde sie auch sehr eingängig. Danke sehr.
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