- Top 100
- Redaktionsempfehlungen
- Zuletzt gehört
Format
Playlist
Aktuelle Sendung
SeitHomepage:
Der Künstler Johannes Kreidler hat ein Stück komponiert, in dem 70.200 Samples verwendet werden. In einer Aktion gegen das bestehende Urheberrecht will er ebenso viele Anmeldeformulare der GEMA übergeben.
Berlin (loc) - Als elektronischer Komponist und Avantgarde-Musiker weiß Johannes Kreidler, dass man Zitate geltend machen muss. Das heißt etwa im Falle von Samples: Jedes Schnipselchen, und sei es noch so klein, muss bei der GEMA angemeldet werden.
Doch was in der digitalen Welt das Eigene und was das Fremde an einer schöpferischen Leistung ausmache, sei kaum mehr feststellbar, findet Kreidler: "Jeder Künstler ist eine Verwertungsgesellschaft!"
Johannes Kreidler hat deswegen ein Stück komponiert, das zwar nur 33 Sekunden dauert, aber trotzdem in rasender Geschwindigkeit satte 70.200 verschiedene Samples beinhaltet.
70.200 Samples in 33 Sekunden
Dieses Musikstück will Kreidler am 12. September bei der GEMA einreichen, um die erforderlichen Einzelnachweise für die im Stück verwendeten Referenzen per Formular zu überbringen. Denn zuvor hatte er sich schon mal per Telefon schlau gemacht und von einer entsetzten GEMA-Mitarbeiterin erfahren, dass solche Mengen im Online-Formular der GEMA nicht vorgesehen sind.
Konsequenterweise marschiert er nun öffentlichkeitswirksam vor der GEMA-Generaldirektion in Berlin auf, um sein Musikstück samt brav ausgefülltem 70.200 Blätter starken Formularwald der Behörde zu übergeben.
"Ich möchte mit der "Materialisierung" der Urheberrechtsfrage im digitalen Zeitalter eigentlich eine Lösung erzwingen. Die haben dann ja ein handfestes Problem, diese Formularberge abzuarbeiten", erklärt Kreidler.
Protest gegen das bestehende Urheberrecht
Die Zahl 70.200, so Kreidler, sei übrigens "reine Bescheidenheit". Es gehe nicht darum, die GEMA zu quälen, sondern das momentan geltende Urheberrechtssystem visualisiert in Frage zu stellen. Denn eigentlich seien pro Sekunde Musik bis zu 44100 Bits, also auch verschiedene Samples möglich.
"Die heutigen Technologien ermöglichen es, Kulturgüter in gigantischen Dimensionen zu verbreiten und kreativ weiterzuverarbeiten", findet Kreidler. Dem stehe leider das veraltete Urheberrecht im Weg.
http://blog.myoon.com/2008/08/19/70200-formulare-auf-einen-streich-die-musikstuck-aktion-product-placement/
Klasse Idee, keine Frage. Aber ich denke nicht das ein kleiner Indikünstler in der Lage ist Fundamentale Veränderungen herbei zu führen. Solange die großen Labels der Meinung sind das jedes kopierte Album auch ein Verkauftes Album ist wird sich da garnix tun.
und btw.: Geistiges Eigentum als Öl des 21. jahrhunderts? Ist nicht gerade die Freiheit und Verfügbarkeit von Informationen der Antrieb?
Gott ist Tod
Fuck, hat der keine Hobbies oder was?
Einerseits 70.200 Samples in 33 Sekunden verarbeiten, andererseits aber vor allem dann noch 70.200 Formulare korrekt ausfüllen..
Ich zweifle ernsthaft an dieser Zahl, das schafft doch kein Mensch!
aber naja, coole Aktion anyway.. 
die idee ist ganz gut, aber der mann an sich ist mir höchst unsympathisch.
Geniale Aktion, vllt. bringt er ja damit einen Stein ins rollen und andere Künstler machen ähnliche Sachen (: Irgendwann wird die GEMA dann wohl reagieren müssen wenn die Mitarbeiter keine Überstunden machen wollen :O
An alle Unwissenden: Er hat das sicher nicht händisch zusammekopiert sondern ein kleines Programm geschrieben, welches aus seiner MP3-Sammlung das Stück generiert hat. Sicher hat er auch die Formulare aus den entsprechenden MP3-Tags generiert. Schöne analog/digitale Denial-Of-Service Attacke auf die Formularzombies der GEMA.


dieser Herr Kreidler ist ein bisschen ein...so ein Kleinermusiktroll würd ich sagen.
Solche Aktionen. ..das geht doch gar nicht!
Ich hoffe, die Gema hat da so Art Mods oder wie das dort heisst und weisst diesen kleinen destruktiven Kobold in seine Grenzen! Wo käme man denn dahin, wenn alle plötzlich sowas machen würden...(das schafft ja nicht mal oldBoy, und der ist auch gut viele Sachen in kürzsester Zeit zu machen...)
Wie schon gesagt wurde: Solche "Lieder" lassen sich easy generieren.
Aber die Idee und die Intention dahinter finde ich sehr gut, alle 3 Daumen hoch !!!
Typ wirkt bischen komisch, hab auch nie was von dem gehört.... irgendwie fällt mir da das hier häufige Bono-gedisse ein ^^
Brilliante Aktion. Das ist Kunst!
Und nicht der Retorten-Müll den die Musikindustrie als solches verkaufen will. Ach und noch was. Solange das Millionenheer von Deppen und Mitläufern den Dreck von Bohlen und co. kaufen, wird sich niemals was an der gengenwärtigen Schieflage ändern.

Bin zwar nicht bewandert und bin durch laut.de darauf gestoßen, aber finde das Anliegen von Kreidler bzw. die Idee, Kopieren als Form der Kunst anzuerkennen, im Grunde genommen unterstützenswert. Vorallem wenn man es der Aussage "schon ein Klangausschnitt kann geistiger Diebstahl sein" gegenüberstellt.
Eine Auflösung der GEMA-Grundstukturen wäre vielleicht auch ansatzweise ein Anfang zur Rettung der Industrie, da der Musiker ja dann nicht mehr für jeden Ranzt blechen müsste. Aber natürlich müsste man sich für nahezu 1:1-Kopien was einfallen lassen.
Also ich finde diese Aktion sehr gut. Schade das ich recht weit weg von Berlin wohne, würde mir das ganze gerna mal angucken...
"Die Zahl 70.200, so Kreidler, sei übrigens "reine Bescheidenheit". Es gehe nicht darum, die GEMA zu quälen, sondern das momentan geltende Urheberrechtssystem visualisiert in Frage zu stellen. Denn eigentlich seien pro Sekunde Musik bis zu 44100 Bits, also auch verschiedene Samples möglich."
Ist natürlich völliger Quatsch - aus welchem Grund sollte die Sample-Zahl auf 44100 pro Sekunde begrenzt sein - diese Einschränkung obliegt ausschliesslich dem Audio-CD-Format bzw. irgendeinem Dateiformat und ist rein deklarativ.
Es gibt keine allgemeine physikalische Grenze für die Samplerate digitalisierter Audiodaten.
Kopieren als Kunstform - ich tu mich damit offen gestanden schwer. Da nimmt Madonna einen ABBA-Titel und legt ein paar käsige 0815-Discospuren sowie ihren öden nichtssagenden Gesang drüber, scheffelt damit Millionen und der Schaffer des einzigen kreativen Anteil an dem Ganzen soll nicht honoriert werden?
idee ist gut, aber omg der typ hat keine ahnung von der technik.
das das lied mit einer samplingrate von 44.1khz aufgenommen ist hat nichts damit zu tun wieviele samples man da reinpacken kann.
bitte nicht samples(musikfetzen) mit samples(abtastwerte) verwechseln. die samplingrate beschränkt nur die obere grenzfrequenz die wiedergeben werden kann und nicht die anzahl an musikstücken die man da drauf packt.

Format
Homepage: