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Am 6. August feierte Jamaika den 50. Jahrestag seiner Unabhängigkeit. Wir gratulieren mit den besten Platten der jamaikanischen Volksmusik.
Konstanz / Kingston (laut) - Happy Birthday, Jamaika! Am 6. August feierte die karibische Insel den 50. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit. Das angemessene Geschenk hat seiner Heimat vermutlich Usain Bolt beschert, der bei den Olympischen Spielen in London gleich dreimal zu Gold und spätestens damit zum Status einer Legende sprintete. Doch Jamaika entsendet nicht nur Ausnahmesportler in den Rest der Welt - sondern auch Musik. Jede Menge davon.
Fällt der Name der Insel, denkt jeder sofort an Reggae. Kein Wunder, schließlich hatten bei der Entstehung des Genres allerhöchste Stellen die Finger im Spiel: Eine Hitzewelle bremste Mitte der 60er Jahre das schnelle Tempo des allgegenwärtigen Ska zum Rocksteady herunter, der sich später zum Reggae weiterentwickelte. Es lag also am Wetter - und dafür ist, wenn überhaupt jemand, Jah The Almighty zuständig.
Wer wollte da Widerstand leisten? Folgen wir also der Aufforderung, mit der Toots Hibbert der jungen Musikrichtung einst den Namen verpasste: "Do the Reggay!" Wir haben sie für euch zusammengestellt:

Zugegeben: Das Kollabo-Album mit Mad Professor habe ich vollkommen willkürlich aus seiner Diskografie herausgegriffen - einzig, um diesem Mann hier huldigen zu können. Es spielt überhaupt keine Rolle, welche seiner Platten man sich zu Gemüte führt: Wer Jah Shaka nicht live erlebt hat, wird es nicht verstehen. Wie soll man auch? Es lässt sich ja noch nicht einmal angemessen beschreiben, was mir am 30. Juni 2000 erstmals leibhaftig begegnete.
Ein winziges Männlein mit einem halben Meter Strickmütze voller Dreadlocks auf dem Kopf stand mit einem Röhrenverstärker, der in etwa so alt war, wie er selbst, mit dem Rücken zum Publikum nicht etwa auf einer Bühne, sondern mitten unterm Volk und spielte auf einem (ja, auf einem) Plattenspieler, der gerade noch in seiner Reichweite über seinem Kopf auf seinem antiken Effektgerät thronte, Roots-Reggae-7"es.
Selbiges tat der Kerl, nur unterbrochen von gelegentlichen Lobpreisungen an Jah The Almighty, zwei geschlagene Tage lang. Das war im Wesentlichen, was ich vom Summerjam 2000 mitbekommen habe - und zugleich die wahnsinnigste, verrückteste, mitreißendste Reggae-Party meines ganzen Lebens. Yo Mama sagt danke. Unerreicht.

Im Dunstkreis von Coxsone Dodd bleiben Talente nicht lange unentdeckt. Eigentlich engagierte der aufstrebende Produzent Cecil Bustamente Campbell, einen ehemaligen Eisenbahnarbeiter und Hobby-Boxer, als seinen Leibwächter. Der hatte es allerdings, wie sich zeigte, nicht nur in den Armen, sondern auch in der Kehle. Vom Ska über den Rocksteady zum Reggae: Campbell, bald besser bekannt als Prince Buster, ging den Weg mit. Sein 1993 erschienenes Best-Of-Album "Fabulous Greatest Hits" erlaubt einen lohnenden Überblick über sein Schaffen in den 60er Jahren.

Wie etliche Vertreter seiner Zunft steht Capleton unter Dauerverdacht, mit seinen flammend vorgetragenen Texten zu Gewalt gegenüber Homosexuellen aufzurufen. Er selbst weist diese Anschuldigungen aber von sich: Er hänge der "word, sound and power"-Philosophie an. "Es geht hier doch nicht um Feuer im Wortsinne", rechtfertigt er den Schlachtruf "More fire!", der zu seinem Markenzeichen avanciert.
"Ich rede von spirituellem Feuer. Von Feuer, das in Worten steckt, und in Musik. Wenn ich sage 'More Fire!', dann fordere ich niemanden auf, die Tankstelle oder die Kirche abzufackeln. Aber die Leute sind verwirrt und legen es teilweise darauf an, mich misszuverstehen."
Mit seinem bereits 13. Studioalbum "Reign Of Fire" verlegt sich der Fireman vom Dancehall wieder deutlich mehr in Richtung Roots. "Capleton ist milder gestimmt als bisher und lässt sogar die Battybwoys in Ruhe", lobt das Magazin Riddim die Entwicklung. Davon: gerne mehr.

Als sie beim findigen Londoner Label Soul Jazz Records im Jahr 2000 die Werke des Keyboard-Königs von Studio One ausgraben und frisch aufpoliert neu veröffentlichen, lebt selbiger schon knapp zehn Jahre nicht mehr: Jackie Mittoo erlag 1990 seinem Krebsleiden, wurde nur 42 Jahre alt.
Ihn selbst kennen zu dieser Zeit nur die eingefleischten Fans. Die Glocken klingeln aber Sturm, fallen die Namen der Formationen, in denen er musizierte und die er teils mitbegründet hatte: The Skatalites, The Rivals, The Sheiks, The Soul Brothers, The Soul Vendors.
Dank für zauberhaften, launehebenden Ska, Rocksteady, Reggae und Funk geht an Mittoos Oma, die ihm in zartem Alter von vier Jahren das Klavierspielen beibrachte - und an Pete Reilly von Soul Jazz, der einst am letzten Abend seiner Tour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz dieses wundervolle Album aus seinem Plattenkoffer heraus verschenkte.

Neben Sly & Robbie, Beenie Man, Barrington Levy, Junior Reid, Richie Stephens oder Dennis Brown begrüßt Bounty Killer die Fugees, Busta Rhymes, Raekwon und Jeru the Damaja als Gäste, um zu seiner "Xperience" das ihrige beizutragen. Manchmal tritt es überdeutlich zutage, dass Dancehall und Hip Hop Brüder sind. Not und Elend und die daraus resultierenden Gewalt: Oft beackern sie sogar die gleichen Themenfelder.

"... A New Beginning", so lautet der Untertitel des Albums, mit dem sich Jah Cure 2007 auf der Bildfläche zurück meldet. Den Neuanfang hat er auch bitter nötig: Mehrere Jahre verbrachte er - nach einer Farce von einem Prozess - hinter Gittern. Jahre, in denen er nicht müde wurde, seine Unschuld zu beteuern. "True Reflections" birgt eine Sammlung von Tunes, die Jah Cure während seiner Haft aufnahm: Lovesongs allesamt, und allesamt zum Weinen schön.

Kein Mensch kennt "Satta Massagana" - bis die Nummer losläuft und das große Aaah!-Gefühl um sich greift. Wer sich je auch nur einen Hauch mit Roots-Reggae befasst hat, dem ist dieser Tune - oder eine seiner zahllosen Versions - fraglos in Fleisch und Blut übergegangen.
Das ebenfalls "Satta Massagana" betitelte Album erschien zunächst in einer qualitativ bescheidenen Ausgabe, danach in verschiedenen Jahren bei drei verschiedenen Labels unter verschiedenen Titeln. Doch egal, ob nun "Satta Massagana" oder "Forward To Zion" auf dem Cover steht: The Abyssinians präsentieren einen Strauß echter Klassiker des Genres.

In den 70ern, die ganzen 80er hindurch, bis in die frühen 90er hinein regierte Gregory Isaacs den Lovers Rock. Die New York Times feierte den Mann, der sich den Beinamen "Cool Ruler" erwarb, als den "außerordentlichsten Sänger der Reggae-Szene".
"Night Nurse", aufgenommen 1982 in Bob Marleys Tuff Gong Studio, betitelt zweierlei: einen der größten Hits seiner Laufbahn und sein erfolgreichstes Album. Isaacs Drogensucht beendete eine internationale Karriere vorzeitig, noch ehe sie richtig in Schwung kam. Er überstand auch das, später half die Nachtschwester jedoch auch nicht mehr: 2010 erlag Gregory Isaacs einem Krebsleiden. Der Lonely Lover wurde 59 Jahre alt.

Wie kam eigentlich die Melodica in den Reggae? Gut möglich, dass man die Schuld daran Augustus Pablo in die Schuhe schieben kann. Eigentlich Keyboarder, griff er sich die tragbare Blasorgel und hauchte Reggae und Dub seinen Far East-Sound ein, wie ihn 1977 "East Of The River Nile" zeigt. Ironie des Schicksals, dass den Melodica-Mann ausgerechnet der Lungenkrebs dahin raffte.

"Real Revolutionary" betitelt Anthony B. ganz zu Beginn seiner Karriere ein Album. Über Jahre hinweg stellt er seine Touren unter das gleiche Motto. Mit dem unverblümt papstkritischen Tune, mit dem er schon 1996 "Fire Pon Rome" herab betet, machte sich der Deejay, der zusammen mit Sizzla und Buju Banton als die Speerspitze des rootsorientierten Conscious-Reggae gilt, allerdings nicht überall Freunde.
In Zeiten, in denen der angebliche Stellvertreter Gottes auf Erden glaubt, gerichtlich gegen ein Satire-Magazin vorgehen zu müssen, hätte es dafür wohl Schlimmeres gesetzt als nur ein Radio-Verbot. Dabei beteuert Anthony B. genau wie Capleton: "Wenn wir sagen 'Burn fire!', meinen wir nicht 'Nimm ein Streichholz und zünd' jemanden an'. Wir sagen: 'Mach' dich frei von diesen Dingen, die nicht gut für die Menschlichkeit sind.'" So betrachtet, klingt es doch eigentlich ganz christlich ...

Zusammen mit Max Romeos "War Ina Babylon" und "Police And Thieves" von Junior Murvin gehört ein Album der Heptones zu einer geradezu heiligen Dreifaltigkeit, die Lee 'Scratch' Perry in seiner Black Ark produzierte. Rückendeckung erfährt das Gesangstrio bestehend aus Leroy Sibbles, Earl Morgan and Barry Llewellyn von den kaum minder legendären Upsetters. Wenn sich der Ska über Rocksteady zum Reggae weiterentwickelt ... dann ist "Party Time".
Platz 19:

"Dancehall ist der Sohn des Reggae und der Bruder des Hip Hop." Getreu seiner immer wieder unters Volk gestreuten Erkenntnis bedient sich Sean Paul für sein zweites Album aus allen angesagten Schubladen. Eine böse Mischung: Im Verbund rocken hypnotische Ragga-Riddims, catchy R'n'B-Hooks und ein gerüttelt Maß an Kopfnickbarkeit jeden verdammten Dancefloor landauf, landab. Und jetzt? "Get Busy" und "Gimme The Light"!

Ein Beiname wie "The Originator" fällt nicht vom Himmel. U-Roy hat ihn sich über die Jahre hart erarbeitet. Seit Beginn der 60er leiht er seine Stimme unterschiedlichen Soundsystems, nimmt später von Coxsone Dodd über King Tubby und Lee 'Scratch' Perry zu Duke Reid mit nahezu jedem Produzenten auf, der auf Jamaika Rang und Namen besitzt. U-Roy entwickelt die Kunst des Toastings und führt sie gleich zu neuen Höhen - und fremden Ufern: Besonders in Großbritannien erfreut er sich ungebrochen erheblicher Beliebtheit.
"Super Boss" versammelt Aufnahmen, die in den 60er und den 70er Jahren im Treasure Isle Recording Studio entstanden. Das Feld ist bestellt und bereit für die Saat - unter anderem für die aufkeimende Hip Hop-Bewegung, die in New York die ersten Triebe zeigt. Kool Herc hats erfunden, und der ist sich seiner Wurzeln sehr wohl bewusst: "Die ganze Chemie dieser Sache kam aus Jamaika." Ohne Toasting, ohne Dub-Talk-Over kein Rap. Erweisen wir uns dankbar!

Was Bunny Wailer zusammen mit Peter Tosh und Bob Marley in den Reihen der nach ihm benannten Wailers gelang, setzt er im Alleingang fort. Nachdem sich die Aufmerksamkeit mehr und mehr auf Marley verschiebt, kehrt Wailer der Formation den Rücken. Mit "Blackheart Man" legt er 1976 sein Solo-Debüt vor, auf das er noch mehr als dreißig Jahre später mit Stolz zurück blickt:
"Ein wirklich außergewöhnliches Album", sinniert sein Urheber im Gespräch mit der jamaikanischen Zeitung Daily Gleaner. "Sowohl seine Botschaft als auch die Zahl der Leute betreffend, die diese Message erreicht hat und die dank der Spiritualität und Kultur von 'Blackheart Man' zu besseren Menschen geworden sind."

"Zungguzunggugguzungguzeng!" An Yellowman führt in den Anfängen des Dancehall schlicht kein Weg vorbei. Als erster Dancehall-Deejay überhaupt kommt er bei einem Majorlabel unter. Seine Tentakel reichen zudem bis tief in die Hip Hop-Szene: Von KRS-One über Tupac und Biggie bis hun zu Mos Def und Talib Kweli bedienen sie sich bei seinem Schaffen. Großkotzigkeit und Unzweideutigkeit seiner Texte dürften zum Crossover-Potenzial wesentlich beigetragen haben: Yellowman gilt vielen als der Vater der Slackness.
Mit "Mister Yellowman", entstanden unter der Obhut von Produzent Henry Junjo Lawes, toastet sich Yellowman 1982 auf den Schirm und tritt gleich einen Skandal los: Sein despektierlicher Tune "Mr. Chin" wird wegen Beleidigung von Asiaten aus dem jamaikanischen Radio verbannt, erst die gemäßigtere Fassung "Mr. Wong" darf wieder gespielt werden.
Dabei hätte Yellowman, der als Albino auf Jamaika ohnehin zu den sozial Geächteten zählt und es besser wissen könnte, sich derlei Rassismen gut verkneifen können. Sein Talent stößt bei Kritikern auch so auf begeistertes Echo: "Yellowman beim Singen zuzuhören ist, als beobachte man Michael Jordan beim Basketball: Er weiß, dass er es drauf hat, du weißt, dass er es drauf hat, und es ist einfach eine Erfahrung, ihn performen zu sehen."

Viele Kinderstars gehen unter, aber manche schaffen es doch: Beenie Man, schon in zartem Alter als "the invincible, the incredible ten year old deejay wonder" gefeiert, hat der frühe Ruhm nicht geschadet. So mancher homophobe Blödsinn, den er im Laufe seiner Karriere in den Äther blubbert, lässt allerdings vermuten, dass die reichlichen Lorbeeren sich möglicherweise negativ auf seine Zurechnungsfähigkeit auswirkten.
Trotzdem: mit "Art & Life", seinem ersten Album für Virgin Records, legt Beenie Man 2000 eine Platte vor, die nicht nur den westlichen Markt im Sturm nimmt und mit einem Grammy für das beste Reggae-Album geadelt wird, sondern insbesondere den Spagat zwischen jamaikanischer Musik und Hip Hop fabulös meistert: Die Beteiligung von Redman, Mya, Kelis und den Neptunes spricht Bände.
Platz 14:

"I am de melanin man
look at mean' you'll understan'
I absorb de life
I am de darkness in your nite"
Mutabaruka zählt zu den Begründern der Dub Poetry und ist einer der feinsinnigeren Kritiker von Heuchelei und Ungerechtigkeit in der westlichen Welt ebenso wie in Jamaika. Obwohl selbst tief im Rastafari-Glauben verwurzelt, lehnt er jede institutionalisierte Religionsausübung ab, und diese skeptische Haltung spiegelt sich auch in seinen Lyrics wider. Im oben zitierten "Melanin Man" vom gleichnamigen Album führt er die rassistische 'Melanin Theory' mit der ihm eigenen sprachlichen Präzision und angemessener Ironie ad absurdum.
"Melanin Man" von 1994 ist ein wütendes Album eines nicht mehr jungen Künstlers, der langsam die Geduld verliert. Bei aller Unzufriedenheit vertraut Mutabaruka jedoch nie auf einfache Lösungen oder Parolen, vielmehr versucht er stets, den Hörer zum selbstständigen Nachdenken anzuregen, wie etwa auch im Track "Would You" auf dem 1989 erschienen "Any Which Way...Freedom":
"Would you love me more
If I spoke less about the poor
And talked about the women I adore"

Klappern gehört zum Handwerk, da unterscheiden sich die Schwestergenres Hip Hop und Reggae kein bisschen. Barrington Levy jedenfalls verzichtet auf jede Bescheidenheit und lässt sich als "Jamaica's No. 1 singer of all times" feiern. Wenn sich dessen größte Hits, darunter "Here I Come" und der unzerstörbare Evergreen "Under Mi Sensi" auf einem Album vereinen, lässt das nur einen Schluss zu: "The Vibes Is Right".

Beim besten Willen lässt sich Sizzla nicht als unumstrittene Figur darstellen. Trotzdem griffe zu kurz, ihn als schlicht gestrickten Hassprediger zu verdammen. Dafür gestaltet sich sein Schaffen zu variantenreich und oft um Welten zu reflektiert. "Black Woman And Child", das Album, das Sizzla 1997 unter der Regie von Robert 'Bobby Digital' Dixon den Durchbruch bescherte, liefert Paradebeispiele dafür, dass Dancehall weit mehr zu bieten hat als Slackness, Guntalk und Ganjatunes.

Man nannte ihn Mr. Smooth oder The Voice of Choice. Den passendsten Titel bekam Ken Boothe allerdings von seinem Produzenten Coxsone Dodd verpasst, der ihn bereits Mitte der 60er Jahre zu seinem Label Studio One holte: Dodd rief Boothe zu "Mr. Rock Steady" aus und veröffentlichte unter diesem Titel 1968 sein Debüt-Album, eine Zusammenstellung seiner bisherigen Erfolge. Mit der Single "Everything I Own" soll er die 1974 allesamt toppen. Als beherrschende Figur der Rocksteady-Ära und die jamaikanische Antwort auf Wilson Pickett gilt er da allerdings längst.
Platz 10:

Der studierte Soziologe, Dichter und Reggae-Musiker Linton Kwesi Johnson unterscheidet sich in vieler Hinsicht von anderen Stars des Genres. Sein rhythmisch pointierter Sprechgesang gilt als Höhepunkt des Poetry Dub und hat gleichzeitig unzählige Rap-Artists stark beeinflusst. Die Religion, 'Jah' und 'Babylon' spielen bei ihm keine Rolle, seine beißende Gesellschafts- und Kapitalismus-Kritik basiert auf einer teilweise marxistisch geprägten politischen Bildung und entschiedenem Antifaschismus.
1952 im jamaikanischen Chapleton geboren, wird Johnson mit neun Jahren von seiner Mutter nach London geholt. Bereits mit 18 Jahren schließt er sich den englischen Black Panthers an, die Erfahrung des Fremdseins im eigenen Land prägt sein Denken: "Was heißt es, schwarz zu sein in Großbritannien? Es heißt, dass du eigentlich einen unglaublich aufwendigen Kampf um Dinge führen musst, die für den größten Teil der Gesellschaft selbstverständlich sind: Wohnungssuche, Bildung, gewerkschaftliche Rechte usw. ... Es bedeutet, dass du in dieser Gesellschaft ganz unten bist."
"Forces Of Victory" von 1979 ist nach "Dread, Beat and Blood" (1978) Johnsons zweites Album. Mit "Want Fi Goh Rave", "Sonny's Lettah" und "Fite Dem Back" enthält es drei seiner bekanntesten und einflussreichsten Tracks. In seiner unnachahmlichen Mischung aus "Jamaican Creole, Jamaican English und English English" prangert er den weit verbreiteten Rassismus in Polizei und Gesellschaft an.
Ein Jahr später geht Johnson mit "Bass Culture" und dem darauf enthaltenen "Inglan Is A Bitch" noch mehr auf Konfrontationskurs, 1984 erscheint mit "Making History" sein in musikalischer Hinsicht bestes Album mit verspielten Rhythmen und schneidigen Bläsersätzen. Doch der revolutionäre Gestus wirkt nirgends so kraftvoll wie auf "Forces Of Victory", und so urteilt allmusic zu Recht: "It's one of the most important reggae records ever recorded."

Bei den Wechseln im Line-Up von Black Uhuru kam wirklich nur mit, wer ununterbrochen am Ball blieb. "Red" lieferte 1981 allerdings eine höchst gelungene Momentaufnahme: Puma Jones und Michael Rose flankieren die einzige wirkliche Konstante, Bandleader Duckie Simpson, am Mikrofon. Sly Dunbar und Robbie Shakespeare sorgen - bereits zum zweiten Mal - für den richtigen Rhythmus.
Den allerersten Grammy für das beste Reggae-Album in der Geschichte des Preises kassierten übrigens auch Black Uhuru - allerdings erst 1985, für "Anthem". Die ebenfalls nominierten Jimmy Cliff, Steel Pulse und Peter Tosh kamen in den Folgejahren dran.

Den Namen für sein drittes Album entlieh Winston Rodney alias Burning Spear bei Marcus Garvey, den Rastafari-Anhänger als Propheten, Vorreiter ihrer Bewegung und jamaikanischen Nationalhelden verehren. Dass Rodney dann auch politische Inhalte aufgreift, versteht sich beinahe von selbst.
Als viel zu unzugänglich für den internationalen Markt empfand man beim Island-Ableger Mango, was Burning Spear mit Rückendeckung von Mitgliedern der Wailers und von Soul Syndicate ablieferte. Ungefragt bearbeitete man die Produktionen nach - und verärgerte so ihre Urheber erheblich. Der Kraft der Songs konnte dies indes wenig anhaben. Die springt insbesondere aus den ein Jahr nach Veröffentlichung des regulären Albums nachgereichten Dub-Versionen: "Garvey's Ghost" von 1976 gilt als eins der ersten auch außerhalb Jamaikas erfolgreichen Dub-Alben. Mit Recht.

"Only Rasta can liberate the people" - oder Buju Bantons kratzige Stimmgewalt, die weithin über "Hills And Valleys" schallt. Auf "Inna Heights", zum zehnjährigen Jubiläum Anfang 2008 frisch aufgelegt, preist "the voice of Jamaica" den Allmächtigen, predigt für ein unabhängiges, einiges Afrika, stimmt zärtliche Love-Songs an, huldigt allein erziehenden Müttern, gibt Durchhalteparolen aus und feiert zudem ordentlich krachende Partys. "I want you to love my music. I really want you to feel my music." So lange sich Buju Banton die schwulenfeindlichen Entgleisungen verkneift, fällt solches ausgesprochen leicht.

Er kam, sah, siegte, erfand unterwegs noch schnell den Dub, ebnete dem Roots-Reggae den Weg und hob ein ganzes Genre auf ein neues Level: Lee 'Scratch' Perry verkörpert die erstaunlicherweise noch immer quicklebendige Ausnahme zur Regel, nach der Drogen töten. Madder than mad, erfindet sich die höchst lebendige Musikerlegende seit den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts wieder und wieder neu. Sein Rezept? "Drink your drink, smoke your weed, think your think, funk your funk." So einfach.
Ob an der Seite von Coxsone Dodd in dessen legendären Studio One, in seinem eigenen, infolge einer Vision gegründeten Black Ark Studio oder später im selbstgewählten Exil am Zürisee: Wo immer Scratch wurstelt, hinterlässt er Fußstapfen, die für den Rest der Welt einfach zu groß sind. Ein würdiger Nachfolger: nicht in Sicht. Der verrückte alte Mann muss also bitte noch ein bisschen durchhalten. Sollte aber kein Problem darstellen, glaubt Perry: "I remain. I am permanent." Hoffentlich.

Feiert man Bob Marley als Martin Luther King des Reggae, dann war Peter Tosh sein Malcolm X: Unangepasst, unbequem und immer für eine Konfrontation zu haben. Klar, dass es mit zwei Charismatikern in den Reihen der Wailers nicht lange gut gehen konnte. Nach dem internationalen Erfolg von "Catch A Fire" und "Burnin'" hat Tosh von der Strategie Chris Blackwells, Marley als unangefochtenen Frontmann der Wailers darzustellen, die Nase voll. Er kehrt der Band den Rücken und startet eine Solo-Karriere.
Sein drittes im Alleingang veröffentlichtes Album "Bush Doctor" erscheint auf dem Label der Rolling Stones. Tosh hatte Mick Jagger und Keith Richards, die beide auf seinem Longplayer mitwirken, zuvor beim One Love Peace Concert in Kingston kennen gelernt. Die Zusammenarbeit beginnt mit einem Eklat: Nicht nur, dass sich die Buchstaben des Albumtitels auf Toshs Cover aus Cannabis-Pflanzen zusammen setzen. Daneben prangte auch noch ein duftender Sticker, der beim Rubbeln einen ganz und gar charakteristischen Geruch verströmte. Das Label sah sich genötigt, besagte Auflage aus dem Verkehr zu ziehen. "Bush Doctor" mit Sticker: heute gefragte Sammlerstücke. Ohne: Immer noch großartige Musik. Und Peter Tosh? "I'm the toughest." Stimmt.

Um die Soundtracks abzuzählen, die den Film, den sie eigentlich nur begleiten sollten, überdauerten, genügt eine Hand. Curtis Mayfields "Super Fly" gehört dazu - und "The Harder They Come". Jimmy Cliff lieferte - zusammen mit Toots & The Maytals, Desmond Dekker, The Slickers und The Melodians, nicht nur den Großteil der Musik zu Perry Henzells Streifen. Er verkörpert zudem die Hauptfigur Ivanhoe Martin, einen jungen, hoffnungsvollen, jamaikanischen Sänger, der, ausgebeutet von seinem Produzenten, ins Drogenhändler-Milieu abgleitet. Rocksteady, Roots-Reggae, Ska - "You can cet it if you really want. Genau hier.

Max Romeo? Kenn' isch net. Doch! Wenn eine Reggae-Single sich den Weg in nahezu jedes DJ-Set gleich welchen Genres erschlichen hat, dann wohl "Chase The Devil". Könnte daran liegen, dass den Tune von Jay-Z bis The Prodigy jeder, aber auch jeder gesamplet hat, so dass auch den letzten Reggae-Analphabeten das Aha-Erlebnis einholt, kaum dass der Schlachtruf ertönt: "Lucifer, son of the morning, I'm gonna chase you out of earth!"
Okay, um "shirt auf "earth" zu reimen, muss man schon Patois sprechen. "Chase The Devil" geht aber trotzdem mühelos als zeitlose Übernummer durch. Davon bietet Max Romeo auf seinem mit Lee 'Scratch' Perrys Backing-Band The Upsetters in dessen Black Ark Studios eingespielten Album gleich einen ganzen Strauß: Mindestens der Titeltrack "War Ina Babylon" und "One Step Forward" haben sich ebenfalls als unverwüstliche Klassiker erwiesen.

Man sollte sich nicht verwirren lassen: Gleich zweimal brachten Toots & The Maytals ein Album unter dem Titel "Funky Kingston" heraus. Die jamaikanische Originalversion, die 1972 auch in Großbritannien erschien, und die US-amerikanische Fassung von 1975 unterscheiden sich im Tracklisting erheblich. Die spätere Hitsingle "Pressure Drop" beispielsweise wurde zwar bereits 1969 aufgenommen, fehlt aber auf der 1972er-Longplayer-Version noch. Statt Ike Turners "I Can't Believe" interpretierten Toots Hibbert und Kollegen anno '75 unter anderem die wohl vertraute "Country Road".
An der Funkyness Kingstons lassen beide Platten des Mannes, der mit der Aufforderung "Do the reggay!" dem Genre den Namen gab, so wenig Zweifel wie an der Einschätzung seitens der BBC: "Eins der erbaulichsten Alben aller Zeiten", schrieb Angus Taylor dort. "Wenn du Bob Marley entdeckt hast und etwas über seine Roots-Zeitgenossen erfahren willst, bist du bei diesem Album an der richtigen Adresse."

Im Grunde steckt hinter dem weltweiten Siegeszug des Reggae ... die Rockmusik? Genau so schauts aus: "Eigentlich hatte ich mit Rockmusik zu tun", erinnert sich Produzent Chris Blackwell vom britischen Label Island Records. "Rockmusik bedeutet 'rebel music', und ich wusste, dass das auch für jamaikanische Musik gilt. Um der aber zum Durchbruch zu verhelfen, brauchte ich jemanden, der diesem Image gerecht werden kann." Gut, dass ihm nach dem Abgang Jimmy Cliffs bei Island Bob Marley unterkam. "Als Bob reinkam, wusste ich sofort, das er derjenige ist."
Blackwell stattet Marley und die Wailers mit dem größten Vorschuss für ein Album aus, den ein jamaikanischer Act bis dato zu sehen bekam. Die revanchierten sich mit "Catch A Fire". Die Mischung aus Politik, Sozialkritik und Spiritualität muss auch international einen Nerv getroffen haben: "Let's make a move. I can see time has come." Dem Reggae standen urplötzlich Tür und Tor offen - und er wird auf ewig mit der überlebensgroßen Präsenz Bob Marleys verknüpft bleiben.
tolle liste, ich hätte noch eek-a-mouse mit aufgenommen, und auch auf sean paul verzichtet (auch wenn das album eigentlich klarging)
Mies scheint mir eine Untertreibung zu sein; es ist dort illegal (de jure nur für Männer, de facto werden beide verfolgt; der Grund wieso es für Frauen ausgenommen ist, ist das zu Entstehung des Rechtskanon Frauen nicht als eigenständige Subjekte betrachtet wurden, weswegen man weibliche Homosexualität ausschloß) und Männer kommen bis zu 10 Jahre (!) ins Gefängnis. Im Reggae-Bereich gibt es sehr viel Agitation gegen Homosexualität. M.E. ist eine Liste zwar absolut zulässig und sinnvoll, die unkritische Haltung, die hier eingenommen wird (wie gesagt, im Reggae wird viel "Hate Speech" betrieben) ist allerdings unerfreulich.
Achja, @Sancho und Schredd
Ich stimme euch zu, dass Schlager eine eher unnötige Musikform ist, zu Volksmusik gehört aber auch Musik wie franz. Chanson à la Gainsbourg/Bashung, Americana (da gibt es durchaus ordentliche Musik) oder m.E. auch Rio Reiser etc. Ein so diverses Genre wie "Volksmusik" für unnötig zu erklären, ist ein ziemlich sicheres Anzeichen dafür, entweder Sodhahn zu sein oder eigentlich nicht Musik, sondern lediglich einige musikalische Ausdrucksformen zu lieben, was m.E. nicht ratsam ist. Beirut bspw. ist doch auch ein tolles Beispiel, für interessante Musik mit viel Volksmusik-Einflüssen.
Tbc spricht mal wieder groß und wahr. Mit der zunehmenden Aufklärung geht die Anti-Homosexualität aber auch Stück für Stück zurück, viele die früher aus Unwissenheit und falscher Religiösität schlimme Texte geschrieben haben sind heute schon viel gemäßigter..
war ja klar das hier wieder ein moralapostel wie "runen" auftauchen musste...hätte darauf glatt mein taschengeld verwettet...das argi nicht nur perfektes slang englisch spricht und versteht hat mich nicht verwundert, aber das er auch patois versteht finde ich schon merkwürdig
Eure ehrenwerten Absichten in aller Ehren, aber haltet ihr es nicht für ein wenig rassistisch, ein ganzes Land mit seiner sehr eigenen und reichhaltigen Kultur mal eben auf seinen problematischen Umgang mit Homosexuellen zu reduzieren? Im Allermindesten ist es kulturzentristisch, was ebenso niederträchtig ist.
@this beautiful creature: sehr ehrenwert, deine vom gutmenschentum geprägten äusserungen. ich hingegen halte es dagegen eher so das ich in meinem alltag den leute welche mich respektieren ebenfalls mit respekt begegne, unabhängig von deren herkunft, haufarbe oder sexueller orientierung. das ist nämlich wichtiger als eine vom maulheldentum geprägte vermeintliche diskussionskultur im internet.
Sodi: erfinde nicht einfach immer irgendwas. Ich habe NIE davon gesprochen, dass ich perfekten Slang SPRECHE, nur, dass ich die New Yorker Rapper sehr gut verstehe (was nebenbei JEDER langjährige Rap-Hörer können sollte, andernfalls wäre es ziemlich lächerlich..). Und natürlich spreche ich kein Patois, verstehen kann ich es aber schon einigermaßen, nicht so gut wie ami-Rap, aber den Kontext kapier ich schon allermeist. Komisch, wa..
Ragisms Einwand ist natürlich SEHR berechtigt, man kann nicht eine ganze Kultur verdonnern, nur weil sich in religiöser Verwirrtheit Antihomosexualität eingeschlichen hat.
@Ragism
Natürlich ist eine Kultur irreduzibel; eine Reduzierung auf einen problematischen Aspekt habe ich auch gar nicht betrieben bzw. zumindest wollte ich diesen nicht implizieren. Die jamaikanische Gesellschaft ist reichhaltig; nur bin ich der Ansicht, dass wenn man meinen Beitrag aufmerksam liest, es mir nicht um eine Verabsolutierung geht, sondern darum, dass nicht völlig akritisch ignoriert wird, dass Reggae durchaus (darum geht es mir) als Sprachrohr von Hass verwendet wird - und m.E. muss es notwendig sein, darauf hinzuweisen.
Es mag Reggae-Aficionados vielleicht stören, da sie diese Vorwürfe schon 100mal gehört haben, doch gilt das eben nicht für die Mehrheit (diese kennt die Homophobie-Problematik noch nicht - es geht also ganz einfach um Aufklärung.)
@Sodhahn
"Gutmensch" ist, gleichsam wie "politische Korrektheit", nicht mehr als ein ideologischer Kampfbegriff, Ausdruck einer Sklavenmoral, um das eigene, fehlende Engagement (das sich nicht notwendigerweise in Organisationen artikulieren muss etc.) für eine Sache zu überspielen und mit negativen Wörtern zu überdecken. Sartre schrieb einst, mein Handeln sei bereits Engagement für die Sache und zwar die wirkungsmächtigste überhaupt, da keines stärker von der Umgebung rezipiert wird - einfach nur nett zu anderen zu sein ist ja ganz ordentlich, aber mehr auch nicht. Es bedeutet aber auch Konsens für Patriachat, Rassismus und Homophobie bei solchen, die rassistisch/homophob/sexistisch sind
Z.B. habe ich das Gefühl, dass wenn jemand etwa "schwul" als Schimpfwort verwendet, Du (also Sodhahn) nicht intervenierst und sie darum bittest, diese Stigmatisierung zu unterlassen (wohl gemerkt, ich vermute es). Dieses "Laissez-faire"-Verständnis ist aber einfach falsch. Es geht nicht um Profilierung, es geht nicht um "sich-gut-fühlen", es geht um die "absurden" Werte der Solidarität und des Respekts. Und natürlich ist ein Post in irgendeinem Musik-Forum an fehlendem Einfluss an-sich kaum zu überbieten - doch vor die Wahl gestellt: Schweigen in den Partikularitäten (und nur in diesen drückt man sich sowieso immer aus) oder Engagement - tja, da sollte die Antwort doch wohl klar sein.
Sodi: Ich schrieb "so gut, dass ich den Kontext meist raffe", nicht dass ich alles völlig verstehe. Wieso sollte man das auch nicht verstehen, es basiert auf dem Englischen und wenn man nur 20-30 Redewendungen versteht reicht das schon um den Lied-Kontext zu erfassen, manchmal sogar mehr. Dass Dich das jetzt wieder total verwundert zeigt nur wie klein Dein Keller ist, sorry.
@this beautiful creature: das ist doch alles theoretisches gewäsch. in welcher situation sollte man denn bitte konkret "intervenieren"? die einzigen die "schwul" als schimpfwort benutzen sind pubertierende halbstarke, die damit aber nicht "schwul" im sinne von "homosexuell" meinen, sondern für die dieses wort einfach für schwach und verweichlicht steht. ich zeige dann mit niemandem solidarität bzw es hat kein schwuler auf der welt was davon wenn ich solche kids zurechtweise. wie gesagt, für mich ist deine version von ausleben von solidarität und respekt nichts weiter als maulheldentum weils an konkretem anlass fehlt.
@argemongo: nein nein, bei dir wundert mich gar nix mehr. ich würde drauf wetten das du sogar der einzigste mensch auf erden bist, der bereits ausgestorbene sprachen noch versteht. ein bewahrer des welltkulturerbes sozusagen.
@argemongo: ich glaube es ist für jeden debilen hier an deck klarstens ersichtlich wer von uns beiden derjenige mit beschränktem horizont ist. da ändert auch dein vermeintliches sprachtalent nix dran, weils dir eh niemand abkauft. comprende?
He ihr beiden raucht doch mal einen Joint und kommt wieder runter ok ,-)
@topic: coole Liste Bob Marley geht klar ne andere Nummer 1 hätte mich gewundert. Peter Tosh und Jimmy Cliff sind auch zurecht dabei einfach coole Musik. Sean Paul geht allerdings auch klar da der tatsächlich vor 100 Jahren mal gute Musik gemacht hat...
@this_beautiful_creature: Ich habe nicht unbedingt Dich angeschrieben. Es war nur sehr bedauerlich, daß hier eine Liste von wichtigen Reggae-Alben veröffentlicht wird und schon wieder die alte Leier vom Schwulenhass zu lesen ist. Das passiert praktisch immer, wenn es um diese Musikrichtung geht oder um Jamaika im Allgemeinen.
Nicht, daß Deutschland eine besonders reichhaltige Musikkultur hätte, aber uns würde es sicherlich auch nicht gefallen, berichtete das Ausland nur, hier höre jeder leidenschaftlich gerne die "Zillertaler Türkenjäger" und erschieße, wie kürzlich, türkische Blumenhändler oder Dönerbudenbesitzer.
Bei beiden Problemen, dem neuen deutschen Faschismus sowie der jamaikanischen Schwulenfeindlichkeit, sind grundsätzlich separate Diskussionen angebracht. Vor allem wird es furchtbar undifferenziert und eben schnell schon einmal rassistisch, wenn es eigentlich um Musik geht. Der Schwulenhass ist ein ganz eigenes Problem, das schon einmal gar nicht pauschal und verallgemeinernd bei einem ganz anderen Thema aufgebracht werden sollte. Wenn wir darüber diskutieren wollen, werden wir ganz schnell feststellen, daß dieses jamaikanische Problem gar nicht so einfache Ursachen hat, die sich auch gar nicht so einfach der grundsätzlichen Boshaftigkeit der Jamaikaner zuschreiben lassen.
Der Eindruck entsteht allerdings, wirft man diesen Vorwurf zu jeder Gelegenheit ein. Ganz zu schweigen vom allgemein sehr kulturzentristischen Ton, der mit der Abneigung gegen Reggae verkleidet wird. Reden wir doch lieber über die Musik, Leute.
Gibt nix besseres als ne gute Reggae-Dancehall-Party, mit viel Rum, Gras und Booties.
ich muss mich da eher Sodi anschliessen. Das ist das Problem, dass ein "Gutmensch" hier hat. Gross drumrum reden wie gleich wir alle sind, dann aber n scheiss drauf geben.
Da beleidige ich lieber einen als "dumme Schwuchtel", bin aber wenigstens zu allen gleich assi (gleichberechtigung).
Oder anders:
man sollte toleranz und gleichheit leben und ausleben. Ob man den Neger dann Afroamerikaner nennt, ist verdammt noch mal scheissegal. 
Natürlich, was TBC sagt ist an sich nicht falsch.
Viel wichtiger ist aber m.E., dass man das auch auslebt. Wobei ich jetzt keinem ... *sic* "Gutmenschen" vorhalten möchte, das er das eben nicht tut. Nur ... die Gefahr ist da, dass, wenn man schön drüber redet, sich danach wohl genug fühlt, sich die Finger in den Arsch zu schieben und sie da sein zu lassen weil man sein Pfadfindermässiges "jeden Tag eine gute Tat" für heute ja gemacht hat.
hoffe es kam ca. rüber wie ichs mein 
Das ist hier ein Diskussionsforum. Etwas anderes als diskutieren können wir hier ohnehin nicht tun. Wir können hier keiner alten Dame die Einkäufe hochtragen, keinen Menschen mit türkischen Wurzeln zum Tee einladen und keine misshandelte Frau umsorgen. Insofern ist es auch etwas zwecklos, wenn Schlechtmenschen Gutmenschen vorwerfen, im echten Leben da draussen ja eh genauso faschistisch und menschenfeindlich zu sein - diese Spekulation kann man sich schenken.
Insofern lese ich auch lieber differenzierte, aufgeklärte und menschenfreundliche Posts als "verfickter Negerjudendreckspack!" - mal ganz überspitzt formuliert. Mag ja sein, daß sich damit manche schön provozieren lassen. Über die Provokation hinaus gehen diese Plattitüden aber nicht - sie zeugen eher davon, wie bequem es sich einer in seinem geistigen Horizont eingerichtet hat. Und je mehr einer gegen "Gutmenschen" wettert, umso trauriger und kümmerlicher erscheint er in geistiger und menschlicher Hinsicht.
Ich bin jetzt etwas abgedriftet und würde bis zu diesem Punkt keinem in dieser Diskussion unterstellen, auf einem ähnlichen Niveau zu liegen. Das sind nur meine 50 Cent zum Thema Diskussionskultur und dem Unwort "Gutmensch".
das muss tatsächlich jeder für sich entscheiden. Ich gab nur ebenjenen Denkanstoss, den jeder für sich selbst entscheiden und begreifen muss.
was ich meine ist, nur weil ich hier jemanden als "Neger" bezeichne, bin ich doch nicht ein Rassist? Genausowenig ist ein Gutmensch im Forum auch ein Gutmensch im .... "richtigen Leben" aye? Und darum gehts. Denn es passiert wohl oft -fürchte ich- das man sich gerne politisch korrekt gibt um den Schein zu wahren, hintenrum dann aber .... naja. Es nicht ist.
Wie gesagt, muss jeder für sich entscheiden. Ich will damit keine ... "Diskussion gewinnen" oder sowas.
Politische Korrektheit existiert nicht - es gibt nur Menschen, die antiquierte Meinungen unterhalten, sich aber nicht trauen, die noch auszuleben, weil die Umwelt in der sie leben, moderner ist als sie - sie fürchten darum Repression seitens der bösen "Gutmenschen" und schweigen. Nur hat diese Schelte, die seitens der "Gutmenschen" erfolgt, nichts mit dem ideologischen Kampfbegriff "politische Korrektheit" zu tun. Wer behauptet, sich zu mokieren, wenn jemand eine andere Person nicht respektvoll behandelt, sei nur übertriebenes Korrekt-sein, also Respekt begrifflich abwertet, der begeht damit einen Fehler. In dem Begriff "politische Korrektheit" drückt sich der Versuch aus, die eigenen zwischenmenschlichen Versäumnisse (d.i. Respektlosigkeit) zu kaschieren, indem denen, die auf diese Verfehlungen aufmerksam machen, unterstellt wird, diese seien gar nicht _wirklich_ Anhänger/innen dessen, was sie kritisieren, sondern würden sich nur besonders "korrekt" geben, seien also Gefangene des Zeitgeistes und nicht so toll wie man selbst, der libertäre, einsame Wolf der gegen "Journaille", "Gleichschaltung der Medien" usf. kämpft - das Moment zur Hetze ist dann spätestens hier aufgetaucht.
Zu glauben, es sei legitim "schwul" als Schimpfwort zu gebrauchen, ist m.E. erstaunlich. Der Begriff ist ganz einfach eine Stigmatisierung, da er ausdrückt, etwas sei schlecht, da es verweichlicht sei (wie Sodhahn ja anmerkte). Das - m.E. eigentlich offensichtlich - homophobe an diesem Verhalten ist, dass Homosexualität als ein Stigma (also ein Wundmal, so zu sagen) stilisiert wird. Damit besteht zwischen einer Sexualität und konkreter Negativität ein direkter Zusammenhang und wer wirklich immernoch nicht begreift, wie das schmerzhaft sein kann, der stelle sich einmal vor, sein Name bspw. werde beständig als Schimpfwort verwendet (etwa in der Schule, unter Kollegen auf der Arbeit etc.), als Bezeichnung für etwas Abwertendes. Wenn man selbst oder ein Teil der eigenen Identität nur noch Synonym für schlechte Dinge ist, dann ist das ganz einfach schmerzvoll. Und zu behaupten, dass sei alles hyper-abstrakt und doch ganz unerheblich, der ist entweder vollends dem Diskurs verfallen, empathielos oder ziemlich sicher heterosexuell (wobei letzeres natürlich nicht schlimm ist, nur kann man als Person, die der Diskriminierung nicht ausgesetzt ist, nicht bzw. schwerer begreifen, wieso dass denn nun so schlimm sei,da man sich erst in andere Positionen hineinversetzen muss) - ich kann aber versichern und homosexuelle Freunde von mir ebenso, dass es sehr wohl schmerzhaft ist. Soviel also zum Thema, die "angeblich" Betroffenen existierten nicht oder es mache ihnen nichts aus - doch es missfällt ihnen. Und wer jetzt sagt, ja aber, ich kenne da einen Schwulen, der stört sich daran nicht, der bedenke das folgende: Vor 2000 Jahren gab es im alten Rom sicherlich Sklaven, die so sehr die Unterdrückung akzeptiert haben, dass sie gegen eine Rebellion für ihre Rechte gewesen wären, da sie sich mit ihren schon vorhandenen, gerade erworbenen Rechten (sagen wir ein freier Arbeitstag etc.) eigentlich sehr zufrieden sind. Nur, wenn uns diese Sklave nun sagt, es sei alles nicht so schlimm, dann ist dieser Sklave leider nur den Regeln seines Diskurses so sehr verfallen, dass er seine eigene Freiheit nicht denken kann - falsch ist sein System aber dennoch; genauso gibt es auch Homosexuelle, die behaupten, es bedürfe keiner Gleichstellung von Lebenspartnerschaft und Ehe oder eben, "schwul" als Schimpfwort sei keine Stigmatisierung - das ändert aber nichts daran, dass man hier m.E. homophobe Machtstrukturen identifizieren kann, da diese entweder einfach Ungleichheit vor dem Gesetz oder eine Beleidigung darstellen, völlig egal ob das manche schon für i.O. halten, denn diese sind nur unvermögens einen Schritt zurückzutreten aus ihrem von vornherein konstruierten Leben. Ich will hier niemand zum Pranger schleppen und sagen:"Wie kannst Du das nur nicht sehen?", denn so offensichtlich ist es nicht, nur habe ich den Eindruck, dass es auch im Internet durchaus sinnvoll sein kann, zu diskutieren. Die ganze (oder zumindest im Großen und Ganzen) Patriachie und ihre Verstrickungen habe ich auch erst begriffen, als ich mich hierzu informiert habe - und im Internet hat das angefangen. Wer nun sagt, das ist doch wurscht, da es nur eine Person oder vielleicht zwei beeinflusst, tja, der ist schon so sehr in den Modus der Weltbewahrung verfallen, dass er nicht einmal mehr begreift, dass nicht jeden Tag Revolution sein kann.
Achja, es tut mir Leid, dass ich diesen Thread zu Reggae vom eigentlich musikalischen Thema sehr stark weggelenkt habe und deswegen probiere ich mal, ein Zeichen dagegen zu setzen (
) und möchte anmerken, dass mich das Fehlen einer "Inner Circle"-Platte erstaunt. Die fand ich eigentlich immer sehr gut. Z.B. "Bad to the Bone".
also zuerst mal ... ich wollte niemandem Vorwerfen, dass er jemanden kritisiert und sich selber nicht dran hält (wasser predigen und Wein trinken quasi) ... ich wollte nur darauf aufmerksam machen. Das weisst du selbst natürlich besser als ich, wie du dich "wirklich" gibst. Es ist ... ein Denkanstoss weisste.
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zum "schwul" würde ich dir doch tatsächlich zustimmen. Klingt einleuchtend. Anderes Beispiel (von mir genannt) .. Neger. Ich mag es ehrlich gesagt nicht, dieses als Schimpfwort zu gebrauchen. ... nun ... wir nennen die einfach nunmal "Neger" ... das sind dann solche, mit dunkler Haut. Haben wir seit Kindesbeinen an so getan und war nie negativ behaftet (für mich) ... was nun?
Desweiteren wird dann (z.B. in Amerika) plötzlich das "N-Wort" populär. Weisste wie ich mein? Den Deibel mit dem Beelzebub austreiben nenn ich das. Sich an Worten auf zu hängen kaschiert mir da leider plötzlich das relevante und wichtige Problem, das es zu beheb gilt. Rassismus. (oder beim "schwul"-Beispiel -- Homophobie o.ä.) ... du verstehst sicher meinen weiteren Kritikpunkt. ICH für mich weiss wo ich stehe. Soll ich mir nun deswegen von jemandem Rassismus vorwerfen lassen, weil ich das N-Wort (lol) nutze?
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Abgesehen davon versuche ich so gut wie möglich in einer ernsthaften Diskussion, keine Beleidigungen zu verwenden. Ein kleines Beispiel, das viel mir auf in (amerikanischem) Hip-Hop. Ich persönlich lege da relativ viel Wert auf eine Botschaft in den Texten. Durch den öffentlichen Druck jedoch (und die Künstler wissen das ja) wird aber jedes zweite Wort zensiert (weil jedes zweite Wort "Fuck" ist z.B.) ... ist jetzt überspitzt aber ...
Es bringt niemandem etwas, wenn er meine Meinung aufgrund von Beleidigungen nicht lesen will (oder kann) ... daher ist es imo durchaus unnütz, beleidigend (oder ad hominem) zu diskutieren. Macht keinen Sinn und bringt uns nicht weiter.
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Hoffe ich habe in etwa alles ca. abgedeckt ^^
Sehr schöne Diskussion, ich mag den Standpunkt von tbc sehr. Nur mit der absoluten Gleischstellung von Heterosexuellen und Homosexuellen Lebensgemeinschaften habe ich so mein Problem. Und das rührt daher, dass es mir einfach nicht einleuchtet wie ein homosexuelles Paar Kinder erziehen will ohne dass diese Kinder in Ihrer Entwicklung eine Mutter und Vater Rolle lernen, ohne dass sie durch die eigenen Verhältnisse ab einem gewissen Zeitpunkt dafür aber dann ständig merken, dass ihre Eltern "anders" sind und auch dass ihnen das von außen gezeigt wird. Ich bin beileibe nicht homophob, aber bei der Diskussion um diese Thematik fehlt mir immer der Ansatz aus Kindersicht.
@argemongo: Wenn ich kurz einschreiten darf: Ein heterosexuelles Paar, das keine Kinder zeugen kann oder will, ist doch ebenso nicht benachteiligt. Das mit den Kindern ist so eine Befürchtung, die von erzkonservativen auch gerne gebracht wird. Mittlerweile wissen wir aber, daß Kinder sich mit homosexuellen Eltern ebenso gut und gesund entwickeln. Da schon bei homosexuellen Kindern irrelevant ist, was für eine Sexualität die Eltern haben, wären auch heterosexuelle Kinder mit einem homosexuellen Elternpaar absolut normal.
Natürlich wachsen Kinder etwas "anders" auf. Aber schau doch mal, wie unterschiedlich Kinder schon in "normalen" Lebensbedingungen aufwachsen. Und solange dieses "anders" nicht in irgendeiner Weise feststellbare Schwierigkeiten aufwirft, sollte sich die Bundesregierung sich da nicht so anstellen, als wären wir in den Adenauer-Jahren...
@ragism: dass kinder homosexueller eltern sich genau so entwickeln wie jene heterosexueller steht auch für mich außer frage, wo ich jedoch ein psychisches problem für die kinder sehe, sind die permanenten und wohl unausweichlichen hänseleien durch mitschüler etc. und die dadurch entstehende wahrnehmung, dass man eben doch "anders" ist/aufwächst, wie du ja schriebst. dass das ein gesellschaftliches problem und keine schuldzuweisung an homosexuelle (denn, wem kann man den wunsch nach kindern, wenn es auf dem koventionellen biologischen wege so nicht möglich ist, bitte verübeln?) ist, sollte klar sein.
ansonsten sehe ich das alles aber genau wie du
Naja, aber die Natur sieht Kinder bei homosexuellen Paaren ja schlicht nicht vor - und was ist normal, wenn nicht die Natur? Ganz so normal und völlig gleich kann ich mir das aufwachsen dieser Kinder leider nicht vorstellen, aber gut, warten wir es ab, evtl müssen die ersten Kinder die so aufwachsen erstmal den Weg in eine noch offenere Gesellschaft bahnen und dabei "Federn lassen".
In der Natur gibt es doch Homosexualität:
http://en.wikipedia.org/wiki/Homosexual_behavior_in_animals
Außerdem ist es in der Natur auch normal, dass bei den Gottesanbeterinnen und Gottesanbetern das Männchen einfach gefressen wird nach der Befruchtung - kann ich so nun Kannibalismus legitimieren? Mit dem Naturrecht wäre ich immer vorsichtig.
Das stimmt; und? Können heterosexuelle Paare, bei denen ein Teil unfruchtbar auch nicht und dennoch würde niemand verbieten, dass diese nun per künstl. Befruchtung ihr Kind bekommen. Die Natur hat so einiges nicht vorgesehen. So besitzt die Menschheit auch die "Impertinenz" sich gegen die Selektion zu stellen - Menschen mit "schlechteren" Genen sterben bei uns nicht, sondern ihnen wird geholfen; völlig egal, ob sie nun eine Sehbehinderung haben oder ohne Körperteile geboren wurden. Ist das jetzt schlecht? Dieses selektive Auswählen von naturrechtlichen Dingen empfinde ich als befremdlich. Selektion ist zurecht bei uns nicht in Kraft, aber bei Sexualität kann man so dann Dinge legitimieren? Das ist nicht gerade logisch (und widerspricht dem rechtspositivistischem Gewand, den sich ein moderner Staat normalerweise anlegen sollte).
da geb ich dir auch vollkommen recht.
bei Unfruchtbaren Paaren könnte man zumindest argumentieren, dass sie zumindest Das Werkzeug hätten. Ist wie n Auto mit nem platten reifen. Es fehlt nur ein wenig Luft, der Rest wäre da.
Bei einem Homosexuellen Paar hingegen fehlt halt der ganze Motor ... sinngemäss.
Aber du hast recht, aus Selektiver (darwinistischer) Sicht, ist der Reifen aus gutem Grund platt.
Wo man dann aber sagen muss, dass die Knilche zumindest keine platten Reifen (alias Erbug) in unseren Genpool werfen, wenn sie ein Kind adoptieren.
gut ... machen die warmen Brüder und Schwestern ja auch nicht.
Naja, es fehlt nicht der ganze Motor, sondern nur gewisse Teile. Es ist quasi so, wie wenn man ein Auto zusammenbaut und dann ein Teil doppelt hat, aber ein anderes fehlt. Also man hat zwei Kurbelwellen aber keine Luftzufuhr-Nockenwelle, und diese besorgt man sich dann temporär, um das Benzin zu verbrennen... ähm, wir sollten diese Metapher ad acta legen
Es ist ja auch alles ausgeführt.
Immer wieder amüsant, was für eine bedeutende Rolle die Menschen der Sexualität zuweisen. Ja, es gibt Penisse und Vaginas. Ausschließlich um Fortpflanzung drehen sich diese Dinger aber keinesfalls. Es ist zwar gemeinhin beliebt anzunehmen, unsere kümmerliche Existenz auf diesem Planeten diene einzig und allein der Fortpflanzung im Namen der "Natur" (ohnehin ein schrecklich unpräziser Begriff). Einer biologischen, soziokulturellen oder psychologischen Überprüfung hält diese Annahme allerdings nicht stand.
Tut mir leid, der Sinn des Lebens ist bisher noch nicht gefunden
Also lassen wir Menschen doch einfach mit ihren Organen tun was sie wollen, solange sie niemandem damit schaden. In erster Linie kann man mit Geschlechtsorganen unheimlich viel Spaß haben - für uns als Menschen im täglichen Leben ist das im Grunde fast das einzige, was relevant sein kann...
Format
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